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Infografik: Was ist Morbus Cushing?

Morbus Cushing ist eine seltene Tumorerkrankung der Hirnanhangdrüse. Diese Infografik gibt einen Überblick darüber, was Morbus Cushing ist, was hierbei im Körper geschieht und welche Symptome die Erkrankung verursachen kann.



Abb.: Ausschnitt aus der Infografik "Was ist Morbus Cushing?" (Klicken Sie, um die komplette Infografik zu sehen)


Ursache ist ein Tumor der Hirnanhangdrüse

Die Ursache der seltenen Erkrankung Morbus Cushing ist ein in der Regel gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Der Tumor bildet übermäßig viel adrenokortikotropes Hormon (ACTH). Dieser Botenstoff gelangt über die Blutbahn zu den Nebennieren. Sie werden durch das ACTH dazu angeregt, den Botenstoff Kortisol im Überschuss zu bilden und an das Blut abzugeben. [1]

 

Kortisol mobilisiert Energiereserven

Kortisol wird auch als „Stresshormon" bezeichnet. Bei Gesunden wird es ausgeschüttet, wenn der Körper viel Energie benötigt (z. B. bei der Flucht vor einer Gefahr). In solchen Situationen mobilisiert Kortisol alle Energiereserven: In der Leber wird Energie in Form von Zucker neu gebildet, Fettspeicher werden abgebaut, Eiweißstoffe in Zucker umgewandelt. In der Folge steigt der Blutzuckerspiegel. [2]

Gleichzeitig werden Prozesse gehemmt, die viel Energie kosten, wie z. B. Entzündungen, allergische Reaktionen oder die Abwehr von Krankheitserregern. Damit die gewonnene Energie allen Zellen im Körper zur Verfügung steht, führt Kortisol darüber hinaus auch zur Erhöhung von Blutvolumen und Blutdruck. [2]

 

Symptome bei Morbus Cushing

Bei Morbus Cushing wird dauerhaft zu viel Kortisol gebildet. Dadurch kann es zu unterschiedlichsten Symptomen kommen. Die Energiespeicher werden mehr und mehr abgebaut, bis auch Muskel-und Knochensubstanz abgebaut und in Energie umgewandelt werden. Muskelschwund und Osteoporose sind die Folge. Der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel kann zu einer Blutzuckerkrankheit (Diabetes) führen. Ist der Blutdruck ständig erhöht, können dadurch Gefäße und das Herz geschädigt werden. [1]

Die bisher genannten Symptome sind eine Folge der erhöhten Kortisol-Konzentration, aber auch der Tumor selbst kann infolge seines Größenwachstums Beschwerden verursachen. Dazu gehören z. B. Kopfschmerzen oder Sehstörungen. [1]

 

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Quellen:
[1] Stalla: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen, Uni-med-Science Verlag, 2. Auflage, 2006.
[2] Gekle M, Markwardt F, Wischmeyer E et al: Physiologie. 2010 Thieme Verlag. ISBN 978-3-13-144981-8.
[3] Modifiziert nach Klinke R, Silbernagl S: Lehrbuch der Physiologie. 2. Auflage. 1996 Thieme Verlag. ISBN3-13-796002-9
[4] K. Dörner: Klinische Chemie und Hämatologie. 4. Auflage - Stuttgart: Thieme 2001. ISBN 3-13-129714-X
[5] Nieman LK et al. J Clin Endocrinol Metab 2008 May;93(5):1526-40.

Erstellt am: 19.11.2012
Autorin: Dr. med. Sonja Hermeneit

Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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