• Schriftgröße

Transsphenoidale Operation: Entfernung des Tumors durch die Nase

Durch die vollständige operative Entfernung des Tumors kann ein Morbus Cushing geheilt werden. Dank moderner Verfahren, lässt sich der Eingriff durch die Nase sehr schonend und präzise durchführen.

Für Ärzte und Apotheker

Therapie bei Morbus Cushing

Kann bei Morbus Cushing der Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) vollständig operativ entfernt werden, gilt die Erkrankung als geheilt. Da die Hirnanhangdrüse auf Höhe der Nasenwurzel im Schädel liegt, konnte eine Operationstechnik durch die Nase entwickelt werden. Diese Methode gilt als das Verfahren der Wahl.

 

Gesundes Gewebe wird weitgehend geschont

Die Hypophyse liegt an der Unterseite des Gehirns in einer Knochenmulde des sogenannten Keilbeins (Os sphenoidale). Das Keilbein grenzt direkt an die Nasenhöhle, sodass auf dem Weg durch Nase und Keilbein ein Zugang zur Hypophyse möglich ist, ohne dass der Schädel eröffnet werden muss. Da man sich auf diese Weise sozusagen von unten der Hypophyse nähert, sind außerdem kaum Schädigungen angrenzender Gehirnanteile zu befürchten. Dies hängt natürlich auch von der Größe des Tumors ab.

Transsphenoidale Operation: Entfernung des Tumors durch die Nase

 

Kleiner Tumor - große Heilungschancen

Je kleiner der Tumor ist, desto leichter lässt er sich vollständig entfernen und desto geringer ist die Gefahr, dass gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Ist der Tumor kleiner als 1 cm (Mikroadenom) kann in bis zu 80 % der Fälle allein durch die Operation eine Heilung der Akromegalie erreicht werden. Bei Tumoren, die größer sind als 1 cm (Makroadenome), liegen die Chancen mit ca. 45 % deutlich niedriger.[1] In diesen Fällen kann nach der Operation eine zusätzliche Strahlentherapie und/oder Behandlung mit Medikamenten erforderlich sein.

 

Die Operation erfolgt computerassistiert

Dank moderner Operationstechniken kann die operative Entfernung eines Hypophysentumors heute äußerst genau und schonend durchgeführt werden. Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Der Operateur gelangt durch die Nasenhöhle in die Keilbeinhöhle, einen luftgefüllten Raum im Keilbein (s. Abb. 1). Unmittelbar oberhalb der Keilbeinhöhle befindet sich die Hypophyse. Der Chirurg trennt den Tumor von der Hypophyse, er verwendet hierbei oft ein spezielles chirurgisches Saug-Spül-System in Kombination mit Spiegeln und einem Endoskop oder einem Operations-Mikroskop. Am Ende der Operation wird die Operationshöhle mit etwas Fett-oder Muskelgewebe, das aus dem Oberschenkel des Patienten entnommen wird, verschlossen. Die Nasenschleimhaut wird vernäht.

Das Ergebnis des Eingriffs kann noch während der Operation überprüft werden: Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) können eventuell noch vorhandene Tumorreste sichtbar gemacht werden. Mit einem Schnelltest kann die Konzentration von Wachstumshormon bestimmt und so überprüft werden, ob noch Teile des Tumors vorhanden sind.[3]

Auf Grund dieser hochentwickelten Technik gelingt es erfahrenen Hypophysenchirurgen heute, die Operation von Hypophysentumoren sehr schonend durchzuführen und das gesunde Gewebe der Hypophyse weitgehend zu erhalten. Selbst wenn es sich um einen größeren Tumor handelt, lässt sich die Geschwulst durch das Operationsmikroskop gut von der intakten Hypophyse und den Blutgefäßen unterscheiden.

Quellen:
[1] Stalla: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen, Uni-med-Science Verlag, 2. Auflage, 2006
[2] Petersen Akromegalie – moderne Behandlungsaspekte mit Kasuistiken für die Praxis, Uni-med Science Verlag, 1. Auflage, 2005
[3] Patientenbroschüre Akromegalie von Novartis, 2006
[4] Homepage des Klinikums Nürnberg

Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
Diese Seite teilen: