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Morbus Cushing: Behandlung in endokrinologischen Zentren

Endokrinologische Zentren haben sich auf hormonbedingte Erkrankungen wie Morbus Cushing spezialisiert. Wann es sinnvoll ist, sich an welches Zentrum zu wenden, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Morbus Cushing: Behandlung in endokrinologischen ZentrenPatienten, die unter Morbus Cushing leiden, bilden das „Stresshormon" Kortisol im Übermaß.
Unterschied­lichste Beschwerden wie ein gerötetes, rundes Gesicht („Vollmondgesicht"), Gewichts­zunahme, Muskel- und Knochen­schwund sind mögliche Folgen. Ursache dieser hormon­bedingten (endokrinologischen) Krankheit ist ein meist gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der die Nebennieren zur Bildung von Kortisol stimuliert.

Eine Möglichkeit, Patienten mit Morbus Cushing umfassend und kompetent zu betreuen, bieten endokrinologische Zentren. Diese zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass hier alle erforderlichen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten.

 

Verschiedene Fachrichtungen bei Morbus Cushing erforderlich

Die Diagnose des Morbus Cushing erfordert eine Reihe von Labortests sowie die Untersuchung mit modernen bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie, um Lage und Größe des Tumors zu bestimmen. Therapie der Wahl ist die chirurgische Entfernung des Tumors. Weitere Möglichkeiten bieten die Bestrahlung der Hirnanhangsdrüse und Medikamente. In der Nachsorge kommen neben der körperlichen Untersuchung erneut bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen zum Einsatz.

Bei der Betreuung von Patienten mit Morbus Cushing arbeiten also viele unterschiedliche Spezialisten (Fachärzte) zusammen. Der Patient kann dabei von den Versorgungsmöglichkeiten profitieren, die ein endokrinologisches Zentrum bietet. Dazu gehört das enge Teamwork zwischen Experten verschiedener medizinischer Fachrichtungen ebenso wie moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden.

 

Was zeichnet ein endokrinologisches Zentrum aus?

Zentren sind Einrichtungen, die sich dazu verpflichtet haben, bestimmte Vorgehensweisen bei der Diagnose und Behandlung einzuhalten. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die interdisziplinäre Betreuung der betroffenen Patienten, die die Zusammenarbeit von Fachärzten aus verschiedenen Bereichen umfasst [1].

Ein Beispiel für das interdisziplinäre Vorgehen von Behandlungszentren sind regelmäßig stattfindende Tumorboards. Dies sind Konferenzen, bei denen Experten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen den Gesundheitszustand und die Behandlungsmöglichkeiten einzelner Patienten diskutieren.

Die Zertifizierung eines solchen Zentrums als „endokrinologisches Zentrum" wird z. B. von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) durchgeführt [2]. Dabei können sowohl Kliniken als auch spezialisierte Praxen sogenannte zertifizierte Anerkennungen für die Versorgung von Patienten mit endokrinologischen Erkrankungen erwerben [3]. Auch wenn andere Kliniken oder Praxen ähnlich arbeiten, werden dem endokrinologischen Zentrum mit der Zertifizierung die geforderten Qualitätsstandards bescheinigt.

 

Wann wende ich mich an ein Zentrum und wo finde ich Adressen und Kontaktdaten?

Es ist meist nicht erforderlich, dass von der Diagnose bis hin zur Nachsorge alle Maßnahmen an einem Zentrum durchgeführt werden. In der Regel wird der Hausarzt die einzelnen Maßnahmen koordinieren und in unklaren oder komplizierten Fällen selbst ein endokrinologisches Zentrum kontaktieren. Es kann dann erforderlich sein, dass Sie sich selbst dort vorstellen. Häufig sammelt Ihr Hausarzt aber auch alle notwendigen Befunde und kann diese mit den Spezialisten des Zentrums besprechen, ohne dass Sie selbst dort erscheinen müssen. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn sich kein Zentrum in Ihrer Nähe befindet.

Halten Sie Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt, ob bereits ein Austausch mit einem Zentrum besteht, oder ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, dass Sie sich an ein solches Zentrum wenden. Er kann Ihnen Adress- und Kontaktdaten der für Sie infrage kommenden Zentren geben. Eine andere Möglichkeit bietet das Internet. Die DGE veröffentlicht die von ihr zertifizierten Einrichtungen z. B. auf ihrer Homepage.

Quellen:
[1] http://www.stoffwechselcentrum.de/centrum (zuletzt besucht am 06.12.2017)
[2] http://www.endokrinologie.net (zuletzt besucht am 06.12.2017)
[3] http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/111006 (zuletzt besucht am 06.12.2017)

Autor: Stefan Oetzel
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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