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Morbus Cushing − Gallensteine durch Medikamente

Medikamente, die gegen Morbus Cushing eingesetzt werden, können Gallensteine verursachen. Wenn diese Beschwerden hervorrufen, werden sie zusammen mit der Gallenblase herausoperiert oder durch andere Methoden entfernt.

Morbus Cushing − Gallensteine durch MedikamenteMorbus Cushing wird durch einen meist gutartigen Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) verursacht, der das Hormon ACTH produziert, das die Bildung von Kortisol in den Nebennieren anregt. Außer Operation und Strahlentherapie werden auch Medikamente, sogenannte Somatostatin-Analoga, eingesetzt, um die Patienten zu behandeln. Diese können die Hormonproduktion drosseln und so die Symptome der Krankheit wirkungsvoll lindern.

Obwohl Somatostatin-Analoga im Allgemeinen recht gut verträglich sind, können auch diese Medikamente – wie alle anderen Medikamente – Nebenwirkungen hervorrufen. Hierzu gehört die Bildung von Gallensteinen, die sogenannte Cholelithiasis (griech. Chole = Galle, lithos = Stein).

 

Was sind eigentlich Gallensteine?

Gallensteine sind kleine steinchenförmige Ablagerungen in der Gallenblase oder den Gallengängen, die aus verfestigter Gallenflüssigkeit bestehen. Je nachdem welche Substanzen sich abgelagert haben, unterscheidet man verschiedene Arten von Gallensteinen. Die Größe von Gallensteinen reicht von wenigen Millimetern („Grieß“) bis zu mehreren Zentimetern. [1,2]

Gallensteine kommen relativ häufig vor: In Deutschland ist etwa jeder sechste Mensch davon betroffen, aber nur bei rund einem Viertel machen sich die Gallensteine irgendwann bemerkbar. Typische Beschwerden sind z. B. Völlegefühl und Übelkeit, aber auch eine sogenannte Gallenkolik. Die äußert sich in krampfartigen Schmerzen im rechten oberen Bauchbereich, die in den Rücken und die rechte Schulter ausstrahlen können. [1,2]

 

Wie können Gallensteine entstehen?

Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet und anschließend in der Gallenblase gespeichert, die direkt unterhalb der Leber liegt. Bei der Nahrungsaufnahme schüttet der Darm das Hormon Cholezystokinin aus. Das bewirkt, dass sich die Gallenblase zusammenzieht und die Gallenflüssigkeit über den Gallengang in den Darm fließt. Dort entfaltet sie ihre Wirkung, d. h., sie zersetzt Fette, bringt diese so in Lösung und ermöglicht dadurch deren Aufnahme über die Darmwand. [1,2]

Die Gallenflüssigkeit besteht zum großen Teil aus Wasser, in dem unter anderem Cholesterin, Gallensäuren und Gallenfarbstoff (Bilirubin) in einem bestimmten Mengenverhältnis gelöst sind. Wird dieses Lösungsgleichgewicht gestört, sodass beispielsweise zu viel Cholesterin oder Bilirubin in der Gallenflüssigkeit vorhanden ist, verklumpt die überschüssige Substanz und es bilden sich Gallensteine. [1,2]

Eine Störung des Lösungsgleichgewichts kann verschiedene Ursachen haben. So können fettreiche Ernährung, stark erhöhtes Körpergewicht oder bestimmte Krankheiten, aber auch eine entsprechende genetische Veranlagung die Entstehung von Gallensteinen begünstigen. Auch wenn die Galle zu lange in der Gallenblase bleibt kann dies zu einer Gallensteinerkrankung führen. [1–3]

 

Warum können Somatostatin-Analoga bei einigen Patienten Gallensteine verursachen?

Somatostatin-Analoga blockieren nicht nur die Ausschüttung von Kortisol, sondern auch die Freisetzung verschiedener anderer Hormone, darunter Cholezystokinin [4]. Es hemmt die Beweglichkeit der Gallenblase und damit die Ausschüttung von Gallenflüssigkeit, sodass diese zu lange in der Gallenblase verweilt. Das wiederum fördert die Entstehung von Gallensteinen.[3,4,6]

 

Wie werden Gallensteine behandelt?

Gallensteine werden nur dann behandelt, wenn sie Gallenkoliken oder andere Beschwerden verursachen. Hierzu entfernt der Arzt die Gallenblase mittels Operation (Cholezystektomie). Dabei wendet er heutzutage meistens die Schlüssellochtechnik an, sodass kein großer Eingriff notwendig ist.[1,2]

Es gibt auch andere Behandlungsmethoden wie die Zertrümmerung der Steine durch Stoßwellen oder die Auflösung durch bestimmte Medikamente. Diese Verfahren sind jedoch nur für Patienten geeignet, die bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich der Anzahl, Größe und/oder Zusammensetzung der Steine erfüllen.[1,2]

Gallensteine, die sich infolge einer Behandlung mit einem Somatostatin-Analogon bilden, verursachen in den meisten Fällen jedoch keine Beschwerden. Sie müssen dann in der Regel auch nicht behandelt werden.

 

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Wenn Sie ein Somatostatin-Analogon erhalten, werden bei Ihnen regelmäßige Verlaufskontrollen durchgeführt. Hierzu gehört auch, dass die Gallenblase vor Behandlungsbeginn und dann in Abständen von 6 bis 12 Monaten mittels Ultraschalldiagnostik untersucht wird. Findet Ihr Arzt dabei Gallensteine, die Beschwerden verursachen, wird er möglicherweise die chirurgische Entfernung der Gallenblase oder eine andere Behandlung veranlassen.

Quellen:
[1] Apotheken-Umschau. Gallensteine (Cholelithiasis) (zuletzt besucht am 24.07.2013). http://www.apotheken-umschau.de/Gallensteine.
[2] Onmeda. Gallensteine (zuletzt besucht am 24.07.2013). http://www.onmeda.de/krankheiten/gallensteine.html.
[3] Silbernagl S et al. Taschenatlas Pathophysiologie. Georg Thieme Verlag; 2009.
[4] DocCheck-Flexikon. Somatostatin (zuletzt besucht am 10.07.2013). http://flexikon.doccheck.com/de/Somatostatin.
[5] Netdoktor. Übelkeit und Erbrechen (zuletzt besucht am 09.07.2013).
http://www.netdoktor.de/symptome/uebelkeit-und-erbrechen/.
[6] NET-Register: http://www.net-registhttp://www.net-register.org/wDeutsch/ne_tumore/therapiemoeglichkeiten/biotherapie.phper.org/wDeutsch/ne_tumore/therapiemoeglichkeiten/biotherapie.php (zuletzt besucht am 05.08.2013
Autor: Stefan Oetzel
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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