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Medikamente gegen M. Cushing – Wirkung auf Magen und Darm

Medikamente, die gegen Morbus Cushing eingesetzt werden, können die Funktion von Magen und Darm beeinflussen und zu Beschwerden führen. Diese lassen sich jedoch durch verschiedene Maßnahmen wirksam lindern.

NW_Magen_DarmDie Ursache eines Morbus Cushing ist ein meist gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der dazu führt, dass zu viel von dem Hormon Kortisol gebildet wird. Außer Operation und Strahlentherapie werden auch Medikamente eingesetzt, um die Patienten zu behandeln. Diese können die Hormonproduktion drosseln und so die Symptome der Krankheit wirkungsvoll lindern.

Wie alle Medikamente können auch die gegen Morbus Cushing eingesetzten Nebenwirkungen hervorrufen, die unter anderem den Magen-Darm-Trakt des Patienten betreffen. Hierzu gehören z. B. Durchfall (Diarrhö) und Bauchschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Doch warum  kommt es zu solchen Störungen und was können Sie dagegen tun?

 

Wie wirken die Medikamente auf Magen und Darm?

Medikamente, die beim Morbus Cushing eingesetzt werden, blockieren nicht nur die Ausschüttung von Kortisol, sondern auch die Freisetzung verschiedener Hormone des Magen-Darm-Traktes [1]. Dadurch hemmen sie unter anderem die Bildung von Verdauungsenzymen, die Ausschüttung von Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase und die Magensaftproduktion [1]. Dies kann zur Folge haben, dass die Verdauung insgesamt gestört ist und die Patienten Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen entwickeln.

Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt, die von Medikamenten gegen Morbus Cushing verursacht werden, sind jedoch meistens von geringem Schweregrad. Oftmals bessern sie sich auch im Verlauf der Behandlung, ohne dass weitere Maßnahmen nötig sind. Darüber hinaus gibt es etliche Möglichkeiten, Störungen des Verdauungstrakts wirksam zu lindern.

 

Was kann man gegen Durchfall tun?

Zur Behandlung von Durchfall können Hausmittel helfen. Tees, die z. B. aus getrockneten und zerstoßenen Heidelbeeren oder aus Kamille- und Brombeerblättern hergestellt werden, lindern die Beschwerden. Auch Heilerde, die mit etwas Flüssigkeit eingenommen wird, eignet sich zur Selbstbehandlung von leichtem Durchfall. Geriebene Äpfel und Karotten erhalten viel Pektin − ein Quellmittel, das Flüssigkeit im Darm bindet und so ebenfalls gegen Durchfall wirkt. Weitere natürliche Heilmittel sind Blutwurz, Tormentill, Eichenrinde, Flohsamen, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Kaffeekohle, Odermennig, Syzygiumrinde oder Uzarawurzel. Entsprechende Fertigpräparate sind in der Apotheke erhältlich. [3,4]

Bei Durchfall ist es wichtig, dass die Flüssigkeit und Mineralstoffe, die durch die Ausscheidung verloren gehen, ersetzt werden. Sie sollten daher etwa drei Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, z. B. Tee, Fleischbrühe oder stilles Mineralwasser. Den Verlust an Mineralstoffen können Sie beispielsweise durch eine Mischung aus ½ Liter Wasser plus einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffeln Zucker oder durch spezielle Zucker-Elektrolytlösungen aus der Apotheke ausgleichen. [3,4]

In der Apotheke werden auch Medikamente angeboten, die gegen Durchfall wirken. Ob diese sogenannten Antidiarrhoika für Sie infrage kommen, sollten Sie jedoch vorher mit Ihrem Arzt besprechen. Gleiches gilt für die oben genannten Hausmittel.

 

Was hilft gegen Übelkeit und Erbrechen?

Auch Übelkeit und Erbrechen lassen sich häufig mit natürlichen Mitteln behandeln. So können Pfefferminze oder Ingwer den Brechreiz lindern. Auch pflanzliche Heilmittel, die sogenannte Bitterstoffe enthalten, wie Artischockenblätter, Enzianwurzel oder Wermut, können in Form von Tees helfen. Manchmal wirken auch eine Ernährungsumstellung auf leichte Kost und kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten sowie der Verzicht auf Genussmittel. [2,5,6]

Bei starkem Erbrechen kann es − ähnlich wie bei Durchfall − notwendig sein, den Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen zu ersetzen. Zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen gibt es verschiedene Arzneimittel, sogenannte Antiemetika. Wenden Sie sich hierzu an Ihren Arzt.

 

Sprechen Sie bei Magen-Darm-Problemen mit Ihrem Arzt

Wenn Sie Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen haben, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Er kann dann herausfinden, ob es sich tatsächlich um Begleiterscheinungen der medikamentösen Behandlung des Morbus Cushing handelt oder ob Ihre Beschwerden eventuell auch eine andere Ursache haben könnten. Gemeinsam mit Ihnen wird er entscheiden, wie Ihre Beschwerden am besten gelindert werden können.

Quellen:
[1] DocCheck-Flexikon. Somatostatin (zuletzt besucht am 10.07.2013). http://flexikon.doccheck.com/de/Somatostatin.
[2] Netdoktor. Übelkeit und Erbrechen (zuletzt besucht am 09.07.2013). http://www.netdoktor.de/symptome/uebelkeit-und-erbrechen/.
[3] Apotheken-Umschau. Durchfall (Diarrhö): Therapie (zuletzt besucht am 09.07.2013). http://www.apotheken-umschau.de/Durchfall/Durchfall-Diarrhoe-Therapie-11862_5.html.
[4] Netdoktor. Durchfall (zuletzt besucht am 09.07.2013). http://www.netdoktor.de/symptome/durchfall/.
[5] Apotheken-Umschau. Übelkeit, Erbrechen (zuletzt besucht am 09.07.2013). http://www.apotheken-umschau.de/uebelkeit-erbrechen.
[6] Medizininfo. Heilpflanzen bei Magen- Darm- Beschwerden (zuletzt besucht am 09.07.2013). http://www.medizinfo.de/gastro/beschwerden/heilpflanzen.shtml.
Autor: Stefan Oetzel
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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