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Bestrahlung bei Morbus Cushing

Morbus Cushing wird durch einen gutartigen Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) verursacht. Eine Bestrahlung des Tumors kann die Beschwerden lindern.

Bestrahlung bei Morbus CushingBei Morbus Cushing handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen meist gutartigen Tumor der Hirnanhangdrüse verursacht wird. Er regt die Nebennieren zur übermäßigen Produktion von Kortisol an, welches zu vielfältigen Beschwerden führen kann. Ist eine operative Entfernung des Tumors nicht möglich oder tritt der Tumor nach einer Operation erneut auf, gibt es weitere Möglichkeiten der Behandlung. Neben Medikamenten kann zum Beispiel eine Bestrahlung helfen, die Beschwerden zu lindern.

 

Was ist Bestrahlung?

Bei einer Strahlenbehandlung (Radiotherapie) wird energiereiche Strahlung wie z. B. Röntgenstrahlung von außen durch die Haut auf den Tumor gerichtet. Die starke Energie der Strahlen schädigt das Erbgut der getroffenen Zellen. Tumorzellen trifft das besonders, denn sie können solche Schäden weniger gut reparieren als gesunde Zellen. Durch die Bestrahlung werden die Tumorzellen daran gehindert sich zu teilen oder können sogar absterben. [1]

Das gesunde Gewebe wird zusätzlich geschützt: Beispielsweise wird eine Gesamtdosis an Strahlen nicht überschritten und diese meist auf kleinere Portionen aufgeteilt. Auch der Einstrahlwinkel kann so verändert werden, dass die Strahlen auf dem Weg zum Tumor nicht jedes Mal dieselben gesunden Zellen durchdringen. Die Strahlendosis wird in Gray (Gy) gemessen. [2, 3]

 

Ablauf einer Strahlentherapie bei Morbus Cushing

Bei Morbus Cushing wird die Bestrahlung eingesetzt, um die gutartigen Tumorzellen in der Hirnanhangdrüse abzutöten oder an der Teilung zu hindern. Dadurch produziert die Geschwulst weniger ACTH und die Nebennieren bilden weniger Kortisol. So können die Beschwerden gelindert werden.

Dosis und Intervalle der Bestrahlung bei Morbus Cushing richten sich nach vielen individuellen Faktoren. Meist wird mit einer sogenannten fraktionierten (aufgeteilten) Bestrahlung behandelt. Dabei erhält der Patient für einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen von Montag bis Freitag jeden Tag eine Standard-Dosierung von 1,8 bis 2 Gy. [4]

 

Chancen einer Bestrahlung bei Morbus Cushing

Die Bestrahlung wird schon seit vielen Jahren genutzt, um Morbus Cushing zu behandeln. In vielen Fällen kann dadurch ein weiteres Wachsen des Tumors verhindert werden. Bei etwa der Hälfte der Patienten können durch eine Bestrahlung auch der Kortisolspiegel gesenkt und damit Beschwerden gelindert werden. [4]

Die Wirkung tritt meist jedoch erst nach Jahren ein. Das liegt daran, dass die Tumorzellen bei Morbus Cushing recht widerstandsfähig gegenüber Strahlen sind. Bis die Tumorzellen aufhören, Hormone zu produzieren, ist in der Regel eine medikamentöse Therapie notwendig, um die Beschwerden zu lindern. [5]

 

Mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen einer Bestrahlung

Dank dreidimensionaler Computerplanung und kipp- wie schwenkbaren Geräten, lässt sich die Strahlung heute gut auf den Hypophysentumor konzentrieren. Hautreizungen oder Nebenwirkungen durch die Schädigung umliegender Gewebe sind dadurch seltener geworden. Dazu gehören z. B. [6]:

  • Sehstörungen durch eine Schädigung des Sehnerven
  • Durchblutungsstörungen des Gehirns
  • Entzündungen des Gehirns
  • Hirnleistungsstörungen (z. B. Konzentrationsstörungen)

Da der Tumor in der Hirnanhangdrüse liegt, können jedoch die gesunden Hypophysenzellen nur wenig vor der Strahlung geschützt werden. Dadurch kann die Hirnanhangdrüse in einigen Fällen ihre Funktion zeitweise oder sogar dauerhaft verlieren [6]. Man spricht dann von einer Hypophyseninsuffizienz.

Symptome einer Hypophyseninsuffizienz sind z. B. Zyklusstörungen, Libido- oder Potenzverlust oder ein Mangel an Kortison. Solche Folgen können manchmal erst Jahre nach der Bestrahlung auftreten. In der Regel kann eine Hypophyseninsuffizienz jedoch gut behandelt werden, indem die fehlenden Hormone in Form von Medikamenten ersetzt werden. [7]

 

Noch gezielter geht es mit der Radiochirurgie

Noch besser geschont werden umliegende Gewebe und gesunde Hypophysenzellen durch die erst seit kurzem verfügbare Radiochirurgie [6]. Hierbei wird gezielt mit einer hohen Strahlendosis auf den Tumor geschossen. Das geschieht in einer oder einigen wenigen Sitzungen. Die bestrahlten Zellen werden so geschädigt, dass sie sich nicht mehr teilen und absterben: der Tumor wird kleiner.

Die Methode kann jedoch nur dann angewendet werden, wenn die Ausbreitung und Lage des Hypophysentumors es zulässt, die Geräte mit mathematischer Genauigkeit auf die Tumorzellen zu richten. [6] Bitte wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie wissen möchten, ob diese Behandlung für Sie in Frage kommt. 

Quellen:
[1] http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Blaue_Ratgeber/053_strahlen.pdf, zuletzt besucht am 03.12.2012
[2] http://www.kinderkrebsinfo.de/sites/kinderkrebsinfo/content/e9031/e10566/e51415/e52594/Medulloblastom022011_ger.pdf, zuletzt besucht am 03.12.2012
[3] http://www.krebsgesellschaft-hb.de/images/stories/downloads/broschuere/broschuere-moderne-krebstherapie_bremerkrebsgesellschaft_web-v01.pdf, zuletzt besucht am 03.12.2012
[4] http://www.robert-janker-klinik.de/Portaldata/19/Resources/pdf/Radiochirurgie1.pdf, zuletzt besucht am 03.12.2012
[5] http://www.glandula-online.de/cms/cms/front_content.php?idcat=52&idart=112, zuletzt besucht am 03.12.2012
[6] http://www.glandula-online.de/cms/cms/upload/PDF/Glandula/glan6_berarb.pdf, zuletzt besucht am 03.12.2012
[7] http://www.endokrinologie.net/hypophyseninsuffizienz.php, zuletzt besucht am 03.12.2012
Autorin: Dr. med. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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