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Morbus Cushing – Kontrolluntersuchungen sichern den Behandlungserfolg

Auch nach erfolgreicher Therapie eines Morbus Cushing sollten regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. So können Veränderungen frühzeitig erkannt und die Therapie angepasst werden.

Morbus Cushing – Kontrolluntersuchungen sichern den Behandlungserfolg

Zur Kontrolle des Krankheits- und Therapieverlaufs können z.B. folgende Untersuchungen gehören:

  • Bildgebende Untersuchungen zur Darstellung der Hypophyse wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Blutuntersuchungen zur Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes
  • Spezielle Bluttests zur Untersuchung des Hormonhaushaltes (z. B. Dexamethason-Hemm-Test, ACTH-Test)
  • Urinuntersuchungen (z. B. 24-Stunden-Urin zur Kortisolbestimmung)
  • Gesichtsfelduntersuchung beim Augenarzt, um die Funktion des Sehnervs zu überprüfen, der durch den Hypophysentumor geschädigt werden kann
  • Außerdem sollten mögliche Begleiterkrankungen wie z. B. Bluthochdruck oder Störungen des Knochenstoffwechsels (Osteoporose) beobachtet und ggf. behandelt werden.

 

Hausarzt und Spezialisten arbeiten zusammen

Viele Kontrolluntersuchungen können beim Hausarzt durchgeführt werden, für manche sind Spezialisten wie Endokrinologen, Radiologen oder Augenärzte gefragt.

Für Ärzte und Apotheker

Therapiekontrolle bei Hypophysen­tumoren

Zu Beginn einer Therapie – unabhängig davon, ob es sich nun um eine Operation, Bestrahlung oder die Einnahme von Medikamenten handelt – ist eine engmaschige Kontrolle in wöchentlichen oder monatlichen Abständen erforderlich, später reichen bei vielen Patienten halbjährliche oder jährliche Kontrollen.[1] Dies gilt natürlich nur dann, wenn der Patient gut auf seine Behandlung eingestellt ist und keine außergewöhnlichen Beschwerden hat. Andernfalls sollte immer der behandelnde Arzt informiert werden.

 

Ein Tumor der Hirnanhangdrüse kann erneut auftreten

Die Therapie der Wahl beim Morbus Cushing ist es, den Tumor der Hirnanhangdrüse vollständig operativ zu entfernen. Gelingt dies, gilt die Erkrankung als geheilt. Doch auch dann kann es sein, dass die Erkrankung erneut auftritt. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach erfolgreicher Operation innerhalb von 5 Jahren erneut ein Tumor der Hypophyse entsteht, liegt bei bis zu 25 % [2].

Aus diesem Grund ist es sinnvoll und wichtig, auch dann, wenn sich die Werte normalisiert und die Beschwerden gebessert haben, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen. Denn so kann frühzeitig erkannt werden, wenn sich die Blutwerte wieder verschlechtern oder neue Veränderungen an der Hirnanhangdrüse auftreten.

 

Gesundes Gewebe erholt sich oft nur langsam

Wird der Tumor der Hypophyse entfernt, fällt die Hormonproduktion durch die Tumorzellen weg. Die normalen ACTH-bildenden Zellen der Hirnanhangdrüse sind durch den Tumor geschrumpft, und es kann Monate bis Jahre dauern, bis sie ihre Funktion wieder voll erfüllen können. In Folge dessen werden die Nebennieren weniger zur Produktion von Kortisol angeregt, es kommt zum sogenannten Hypokortisolismus (von griech.: hypo = zu wenig, unter). Da Kortisol aber lebensnotwendig ist, muss dieser Zeitraum mit künstlich hergestelltem Kortisol („Kortison") überbrückt werden, bis sich die körpereigene ACTH- und Kortisolbildung normalisiert hat. Hierzu sind regelmäßige Blut-oder Urinuntersuchungen erforderlich [1, 2]

Kann der Tumor an der Hirnanhangdrüse nicht oder nicht vollständig entfernt werden, kommt eine Strahlentherapie in Betracht.

 

Die Strahlentherapie wirkt nicht sofort

Während sich nach einer erfolgreichen Operation der Hormonhaushalt innerhalb weniger Wochen normalisieren kann, kann dies bei der Behandlung des Morbus Cushing mittels Bestrahlung Monate bis Jahre dauern.

Um die Zeit zu überbrücken, bis sich der Erfolg einer Strahlentherapie einstellt, können Medikamente eingesetzt werden, die die Kortisolbildung in den Nebennieren hemmen. Auch hier sind regelmäßige Blutuntersuchungen erforderlich, um zu überprüfen, ob die Kortisolproduktion ausreichend unterdrückt wird.

Lassen sich weder durch Operation noch durch Bestrahlung befriedigende Kortisolspiegel erreichen, bleibt noch die Möglichkeit, die Nebennieren operativ zu entfernen.

 

Nach Entfernung der Nebennieren muss Kortisol ersetzt werden

Durch die vollständige Entfernung beider Nebennieren lässt sich der Kortisolüberschuss beim Morbus Cushing sofort und effektiv behandeln. [1] Der völlige Ausfall der Kortisolproduktion hat zur Folge, dass die Patienten lebenslang Hormonersatz-Medikamente einnehmen müssen. Nach der Entfernung der Nebennieren kann es zu einem sogenannten Nelson-Tumor kommen. Hierbei handelt es sich um einen Hypophysentumor, der große Mengen an ACTH produziert. Der Tumor kann auch noch viele Jahre nach der Operation auftreten.

Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um den Kortisolbedarf optimal abzudecken und ggf. das Auftreten eines Nelson-Tumors frühzeitig zu erkennen.

Quellen:
[1] Homepage des Netzwerks Hypophysen-und Nebennierenerkrankungen e.V. Glandula
[2] Stalla: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen, Uni-med-Science Verlag, 2. Auflage, 2006

Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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