• Schriftgröße

Das Herz: Ein EKG bei Morbus Cushing?

Das Herz hat auf den ersten Blick nicht viel mit Medikamenten bei Morbus Cushing zu tun. Dennoch ist ein EKG aus gutem Grund oft Teil der regelmäßigen Verlaufskontrollen unter medikamentöser Therapie bei Morbus Cushing.

Das Herz: Ein EKG bei Morbus Cushing?Beim Morbus Cushing regt ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse die Nebennieren zur übermäßigen Produktion von Kortisol an. Ist eine operative Entfernung des Tumors nicht möglich, kann bestrahlt oder medikamentös behandelt werden. Durch regelmäßige Kontroll­untersuchungen kann festgestellt werden, ob die Behandlung wie gewünscht wirkt oder angepasst werden muss. Dass dazu Untersuchungen des Blutes oder des Kopfes gehören, ist verständlich. Das Herz scheint jedoch auf den ersten Blick mit Morbus Cushing nicht viel zu tun zu haben.

Warum also kann auch ein EKG sinnvoller Bestandteil von Untersuchungen vor und während einer medikamentösen Therapie des Morbus Cushing sein?

 

Herz und Kreislauf – ein fein reguliertes System

Damit der Körper funktioniert, muss jede seiner Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das Herz pumpt hierzu Blut durch mehr als 30.000 Millionen kleine und große Blutgefäße [1]. Dabei sollte das Blut auch im Kopfstand bis in die Zehenspitzen gelangen. Auch beim Sport benötigen die beanspruchten Zellen deutlich mehr Sauerstoff und Nährstoffe als in Ruhe.

Für Ärzte und Apotheker

Therapiemanagement bei Morbus Cushing

Diesen unterschiedlichen Anforderungen kann das Herz-Kreislaufsystem gerecht werden, weil der Körper über vielfältige Steuermechanismen verfügt. Pumpleistung und Schlagfrequenz (Puls) des Herzens können z. B. durch das Nervensystem, Hormone oder sogar den Gehalt an Blutsalzen verändert werden.

Zu viel vom Stresshormon Kortisol, wie dies z. B. auch bei Morbus Cushing der Fall ist, kann zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks führen [2]. Medikamente, die bei Morbus Cushing angewendet werden, beeinflussen das Hormonsystem ebenfalls. Dies, aber auch der Einfluss auf andere Steuerungsmechanismen des Herz-Kreislaufsystems kann Nebenwirkungen verursachen.

 

Herzrhythmusstörungen als Folge von Medikamenten

Nicht jedes Medikament beeinflusst das Herz-Kreislaufsystem. Solche, die es tun, können ganz unterschiedliche Wirkungen haben: von Veränderungen des Blutsalzgehaltes bis hin zu einer direkten Schädigung der Herzzellen. Zu möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. auch solchen bei Morbus Cushing, können Herzrhythmusstörungen gehören.

Normalerweise schlägt das Herz etwa 60-mal pro Minute [3]. Schlägt es langsamer, spricht man von einer Bradykardie (griech. brady = langsam) [3]. Nur in Ausnahmefällen, z. B. bei trainierten Sportlern, kann dies normal sein. Bei körperlicher Anstrengung muss das Herz schneller schlagen. Schlägt es aber dauerhaft mit mehr als 100 Schlägen pro Minute, besteht eine Tachykardie (griech. tachy = schnell) [4].

In beiden Fällen kann der Körper unter Umständen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen oder Sauerstoff versorgt werden. Dies kann auch die Folge eines unregelmäßigen Herzschlags sein. Man spricht dann von einer Arrhythmie [5].

 

Vorbeugung und regelmäßige Verlaufskontrollen

Bevor ein Medikament zugelassen wird, durchläuft es viele Studien. Der Arzt kann daher gut abschätzen, ob und welche Nebenwirkungen ein Medikament am Herzen hervorrufen kann. Eine Blutuntersuchung und ein Elektrokardiogramm (EKG) reichen bei Patienten ohne bekannte Herzerkrankungen meist völlig aus, um das Herz vor und während einer medikamentösen Behandlung zu überwachen. So können eventuelle unerwünschte Wirkungen eines Medikaments auf das Herz frühzeitig erkannt werden.

Ob in diesem Fall medikamentös behandelt werden sollte oder eine Umstellung der medikamentösen Behandlung erforderlich ist, muss im Einzelfall durch den behandelnden Arzt entschieden werden.

Bei Patienten mit bekannten Herzerkrankungen oder solchen, die bereits Medikamente für das Herz einnehmen, können weitere Untersuchungen oder engmaschigere Kontrollintervalle erforderlich sein. Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen die Vorgehensweise im Einzelfall gerne genauer erklären.

Quellen:
[1] Prof. Dr. K. Kunsch: Der Mensch in Zahlen. Sonderausgabe für area verlag gmbh, Elsevier GmbH, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. ISBN 3–89996–681–3
[2] http://www.netdoktor.at/health_center/burnout/stress_folgen.shtml, zuletzt besucht am 09.01.2013
[3] http://www.kardionet.de/bradykardien, zuletzt besucht am 09.01.2013
[4] http://www.kardionet.de/tachykarde-herzrhythmusstoerungen, zuletzt besucht am 10.01.2013
[5] http://www.apotheken-umschau.de/Herzrhythmusstoerungen, zuletzt besucht am 10.01.2013

Autor: Dr. med. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
Diese Seite teilen: