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Morbus Cushing – der richtige Zeitpunkt für die Nachsorge

Auch nach scheinbar vollständiger operativer Entfernung des Tumors bei Morbus Cushing können veränderte Zellen zurückbleiben. Durch regelmäßige Nachsorge können Rezidive frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Morbus Cushing – der richtige Zeitpunkt für die Nachsorge Zu den Beschwerden des Morbus Cushing können unter anderem Knochen- und Muskelschwund, Vollmondgesicht und Bluthochdruck gehören. Ihre gemeinsame Ursache ist ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der zu einer vermehrten Bildung des „Stresshormons“ Kortisol führt [1].

Geheilt werden kann Morbus Cushing derzeit nur durch eine vollständige chirurgische Entfernung des Tumors. Die Aussage „vollständig" bezieht sich dabei auf die Nachweisgrenze der verfügbaren Untersuchungen. Derzeit kann daher nie ganz ausgeschlossen werden, dass einzelne veränderte Zellen doch im Körper zurückgeblieben sind. Vermehren Sie sich, kann der Morbus Cushing erneut auftreten.

Durch regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen nach der Operation kann ein Wiederauftreten (Rezidiv) frühzeitig erkannt und behandelt werden.

 

Warum kann Morbus Cushing wiederkommen?

Nach einer Operation wird das entfernte Gewebe von einem Spezialisten (Pathologe) unter dem Mikroskop genau untersucht. Ist der Tumor von einer ausreichenden Menge gesunden Gewebes umgeben, ist es höchst wahrscheinlich, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.

Absolute Sicherheit könnte nur eine mikroskopische Untersuchung des im Körper verbliebenen Gewebes liefern. Dies ist jedoch bisher nicht möglich. Auch die Möglichkeiten bildgebender Verfahren (Computertomographie, Magnetresonanztomographie), mit denen Bilder vom Inneren des Körpers erzeugt werden können, sind noch begrenzt.

Krankhaft veränderte Zellen können daher unerkannt im Körper zurückbleiben, sich erneut vermehren und so zu einem Rezidiv des Morbus Cushing führen [1].

 

Nachsorge erkennt keine einzelnen Tumorzellen

Was für Untersuchungen direkt nach der Operation gilt, gilt auch für die Nachsorge-Untersuchungen: einzelne veränderte Zellen können derzeit noch nicht nachgewiesen werden. Erst, wenn wieder eine gewisse Menge vorhanden ist, können sie aufgespürt werden. Im Blut kann z. B. der Kortisolspiegel ansteigen. In bildgebenden Verfahren, wie der Magnetresonanztomographie, kann der erneut wachsende Tumor sichtbar werden. Ein Rezidiv kann sich aber auch beim Augenarzt schon früh durch Sehstörungen bemerkbar machen, die im normalen Alltag zunächst noch durch das Gehirn ausgeglichen werden.

Die im Rahmen der Nachsorge durchgeführten Untersuchungen dienen dazu, das Rezidiv zu erkennen, bevor es so groß wird, dass es spürbare Beschwerden verursacht. Je eher es erkannt wird, desto früher kann es auch behandelt werden.

 

Nachsorge nach der Operation: der richtige Zeitpunkt

Wie lange es dauert, bis eine nachweisbare Anzahl veränderter Zellen vorliegt, hängt von vielen Faktoren ab. Die Anzahl der verbliebenen Tumorzellen gehört ebenso zu diesen Faktoren wie die Wachstumsgeschwindigkeit. Aus der Beobachtung vieler Patienten mit Morbus Cushing konnten Ärzte Erfahrungswerte für sinnvolle Kontroll-Intervalle ableiten. Dennoch spielen auch viele individuelle Faktoren, wie z. B. Lage und Größe des Tumors vor der Operation, eine Rolle.

Abbildung 1 kann daher nur als Orientierung dienen. Ihr behandelnder Arzt wird sämtliche Faktoren berücksichtigen, und kann Ihnen am besten über die genauen Intervalle für die Nachsorge nach der Operation Auskunft geben.

Abb. 1: Nachsorge-Intervalle nach Operation bei Morbus Cushing durch den Hausarzt sowie verschiedene Spezialisten (modifiziert nach [2]) - Klicken Sie zur Vergrößerung auf das Bild.

Quellen:
[1] Stalla K: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen. 2. Auflage – Bremen: UNI-MED, 2006. ISBN 3-89599-885-0
[2] Buchfelder M, Stalla GK: Hypophysentumoren: Von der Diagnose zur Therapie. Ein Patientenratgeber; PVV-Verlag – 2. Auflage 2002; ISBN 3-927826-25-1
Autorin: Dr. med. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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