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Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei Morbus Cushing

Das Hormon Kortisol beeinflusst den Zuckerstoffwechsel des menschlichen Körpers. Kommt es durch Morbus Cushing zu einem Kortisolüberschuss, kann sich eine behandlungsbedürftige Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entwickeln.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei Morbus CushingBeim Morbus Cushing führt ein Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) dazu, dass in den Nebennieren vermehrt Kortisol gebildet wird. Der Überschuss dieses Hormons wirkt sich auf verschiedene Körperfunktionen aus und kann daher unterschiedliche Beschwerden verursachen wie z. B. Hautveränderungen, Gewichts­zunahme oder Blutdruckerhöhung. Da Kortisol auch den Zuckerstoffwechsel beeinflusst, kann ein Überschuss des Hormons zur Entwicklung einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) führen.

 

Der Zuckerstoffwechsel wird von Hormonen gesteuert

Das Blut eines Gesunden enthält etwa ein bis zwei Teelöffel Zucker – ein weit größerer Teil wird in den Muskeln und in der Leber als Energiereserve gespeichert. [1]. Gesteuert wird der Zuckerstoffwechsel vor allem durch zwei Hormone, die als Gegenspieler den Blutzuckergehalt im Blut regulieren: Insulin und Glukagon [1]. Insulin sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen und gespeichert wird. Benötigt der Körper Energie, bewirkt Glukagon, dass der Zucker aus den Speichern im Muskel und in der Leber wieder ins Blut abgegeben wird [1]. Neben Insulin und Glukagon beeinflussen aber auch andere Hormone den Zuckerstoffwechsel. Dazu gehören z. B. Adrenalin und Kortisol [1].

Kortisol zählt zu den sogenannten Stresshormonen. Ist der Körper einer besonderen Belastung, wie z. B. schwerer körperlicher Arbeit, ausgesetzt, muss er seine Energiereserven angreifen. Dann sorgt z. B. Kortisol dafür, dass der in Muskeln und Leber gespeicherte Zucker an das Blut abgegeben wird [1].

 

Kortisolüberschuss bei Morbus Cushing kann zu Diabetes führen

Beim Morbus Cushing besteht ein in der Regel gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der vermehrt ACTH (Adrenokortikotropes Hormon) produziert. Dieses Hormon bewirkt, dass in den Nebennieren vermehrt Kortisol gebildet und an das Blut abgegeben wird [1].

Dies hat zur Folge, dass vermehrt Energie in Form von Zucker freigesetzt wird, so als müsse der Körper sich auf eine besondere Belastung vorbereiten. Da dies aber nicht der Fall ist, wird der Zucker nicht verbraucht und sammelt sich im Blut an. Steigt der Blutzuckerspiegel langfristig auf Werte über 200 mg/dl an, spricht man von einem Diabetes mellitus [2]. Etwa 30 % aller Patienten mit einem Überschuss an Kortisol entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung eine Zuckerkrankheit [3].

 

Behandlung des Diabetes bei Morbus Cushing

In einigen Fällen kann eine Behandlung des Morbus Cushing, z. B. durch eine Operation, Bestrahlung oder medikamentöse Therapie, zu einer Senkung des Kortisolspiegels und damit auch zu einer Normalisierung des Blutzuckers führen [4]. In einigen Fällen kann es aber sein, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam oder nicht bis in den Normbereich absinkt. Unter einer medikamentösen Behandlung kann der Zuckerspiegel sogar ansteigen. Der Blutzucker muss daher regelmäßig überprüft und gegebenenfalls medikamentös behandelt werden. [5]

Grundpfeiler einer solchen Behandlung sind in der Regel Bewegung und Diät zur Gewichtskontrolle sowie eine medikamentöse Behandlung mit Tabletten oder Spritzen [5]. Ob und welche Maßnahmen speziell bei Morbus Cushing sinnvoll sind, wird der Arzt individuell mit Ihnen abstimmen.

Quellen:
[1] http://www.glandula-online.de/fileadmin/krankheitsbilder_broschueren/Cushing.pdf (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[2] https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Praxisleitlinien/2016/dus_2016_S2_Supplement_Praxisempfehlungen_M%C3%BCller-Wieland_Definition__Klassifikation_und_Diagnostik_des_DM_Online-PDF.pdf (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[3] http://www.medizinfo.de/endokrinologie/hypo/cushing.htm (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[4] Zeiger M A, Fraker D L, Pass H I, Nieman L K, Cutler G B, Chrousos G P, Norton J R: Effective reversibility of the signs and symptoms of hypercortisolism by bilateral adrenalectomy. Surgery Dec 1993; 114 No 6: 1138-1143.
[5] http://www.medicoconsult.de/wiki/Diabetes_mellitus_Therapiegrundlagen (zuletzt besucht am 05.12.2017)

Autorin: Dr. med. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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