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Diagnose Morbus Cushing – erste Fragen

Die Diagnose Morbus Cushing wirft viele Fragen auf. Unsere Checkliste soll Ihnen dabei helfen, Fragen für das Arztgespräch systematisch zu sammeln und so ein klares Bild von der Erkrankung und ihrer Behandlung zu gewinnen.

Checkliste für das ArztgesprächGewichtszunahme, Bluthochdruck, Zuckererkrankung, verminderte Leistungsfähigkeit – meist erst nach Jahren zeigt sich, dass all diese verschiedenen Beschwerden eine gemeinsame Ursache haben: Morbus Cushing. Da dies jedoch eine seltene Erkrankung ist, tauchen mit der Diagnose auch viele Fragen auf. Zudem fällt es in dem ersten Gefühlschaos oft schwer, seine Gedanken zu ordnen und an alle wichtigen Aspekte zu denken.

Damit nach dem nächsten Gespräch mit Ihrem Arzt möglichst keine Fragen offen bleiben, möchten wir Sie mit einer Checkliste (Download­möglichkeit am Ende dieses Dokuments) unterstützen.

Hier haben wir Fragen zu den verschiedensten Bereichen zusammengestellt, die für Sie von Interesse sein könnten:

 

Was ist Morbus Cushing?

Beim Morbus Cushing besteht ein Tumor in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Dieser Tumor produziert das Hormon ACTH (Adrenokortikotropes Hormon). Über das Blut gelangt es zu den Nebennieren und regt diese zur Bildung von Kortisol an. Kortisol wird auch als „Stresshormon“ bezeichnet, da es Organe und Körperfunktionen so beeinflusst, dass der Körper Aktivitäten, die viel Energie benötigen, besser bewältigen kann. Bilden die Nebennieren über einen längeren Zeitraum hinweg zu viel Kortisol, kommt es zu den typischen Beschwerden des Morbus Cushing wie Gewichtszunahme, Bluthochdruck oder verminderter Leistungsfähigkeit [1].

 

Tumor der Hirnanhangdrüse – habe ich Krebs?

Höchstwahrscheinlich nicht! Das Wort Tumor stammt aus dem Lateinischen und bedeutet zunächst nichts anderes als „Geschwulst“ oder „Schwellung“. Tumoren können gut- oder bösartig sein. Absolute Gewissheit darüber bringt erst die genaue Untersuchung des Gewebes nach einer Operation. Beim Morbus Cushing handelt es sich aber fast immer um gutartige Tumoren (Adenome). Sie wachsen meist sehr langsam und bleiben auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) beschränkt. Unter Krebs versteht man nur die bösartigen Tumoren. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in gesundes Gewebe hineinwachsen oder sich im Körper verteilen und Tochtergeschwulste bilden [1].

 

Den Tumor operativ entfernen – was bedeutet das?

Die Therapie der ersten Wahl bei Morbus Cushing ist die Operation. Hierbei wird der Tumor der Hypophyse über die Nase entfernt. Da man sich der Hypophyse bei diesem Eingriff von unten nähert, ist das Risiko einer Verletzung angrenzender Teile des Gehirns sehr klein [1]. Nur äußerst selten, bei größeren Tumoren, kann es notwendig sein, den Schädel zu öffnen.

 

Wie kann Morbus Cushing noch behandelt werden?

Die Operation steht in der Behandlung des Morbus Cushing immer an erster Stelle. In einigen Fällen ist eine Operation jedoch nicht möglich, z. B. weil der Tumor ungünstig liegt oder Begleiterkrankungen ein zu hohes Risiko für eine Operation darstellen. Aber auch wenn eine Operation möglich ist, kann es sein, dass bei manchen Patienten Beschwerden zurückbleiben oder erneut auftreten. In diesen Fällen gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten für Morbus Cushing [1]:

  • Bestrahlung
  • Medikamente
  • operative Entfernung der Nebennieren

 

Kann Morbus Cushing geheilt werden?

 

Wenn der Tumor der Hypophyse kleiner als 1 cm ist (Mikroadenom), können 80 % der Patienten alleine durch die Operation geheilt werden[1]. Ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung größer als 1 cm (Makroadenome), sind die Chancen auf eine Heilung geringer [1]. Durch eine Bestrahlung können bei bis zu 70 % der Patienten normale Hormonspiegel erreicht werden [1]. Diese Normalisierung der Hormonspiegel tritt aber nicht selten erst nach Jahren ein.

Für solche Patienten, bei denen der Hormonspiegel nach einer Operation oder unter einer Bestrahlung nur langsam oder gar nicht absinkt, stehen andere Therapien zur Verfügung. Sie können dazu beitragen, den Kortisolspiegel im Blut zu senken. Dadurch können Beschwerden gemildert und die Lebensqualität verbessert werden. Unter bestimmten Therapien kann sogar die Tumorgröße verringert werden.

 

Checkliste für das Arztgespräch

Die Checkliste kann Ihnen auf unterschiedliche Weise helfen, die knapp bemessene Zeit im Krankenhaus- oder Praxisalltag optimal zu nutzen. Vielleicht haben Sie schon selbst einige Fragen gesammelt, aber an bestimmte Bereiche noch gar nicht gedacht. Oder es fällt Ihnen schwer, gezielte Fragen zu formulieren. Klicken Sie auf den Link, um die Liste zu öffnen und schauen Sie sich die Vorschläge auf unserer Checkliste in Ruhe an. Sie können das Dokument auch ausdrucken, weitere Fragen ergänzen und anhand dieser Liste die einzelnen Punkte mit Ihrem Arzt durchsprechen.

 

 

 

 

Quelle:
[1] Stalla G: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen. 2. Auflage – Bremen: UNI-MED, 2006. ISBN 3-89599-885-0.

Autorin: Dr. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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