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Bei der Diagnose eines Morbus Cushing sind Blutuntersuchungen richtungsweisend

Bei Morbus Cushing können spezielle Blutuntersuchungen sowohl erhöhte Kortisolspiegel als auch deren Ursache in der Hirnanhangdrüse nachweisen. Lage und Größe des Tumors lassen sich nur mit bildgebenden Verfahren bestimmen.

Bei der Diagnose eines Morbus Cushing sind Blutuntersuchungen richtungsweisendBeim M. Cushing bildet ein meist gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ein Hormon (Adrenokortikotropes Hormon = ACTH) im Überschuss, das Zellen in der Nebenniere dazu veranlasst, vermehrt Kortisol zu bilden. Durch einfache Tests kann zunächst festgestellt werden, ob der Kortisolspiegel im Blut erhöht ist. Ist dies der Fall, können weitere spezielle Blutuntersuchungen zeigen, ob die Ursache in der Hypophyse liegt.

 

Ein Regelkreis steuert die Kortisolproduktion

Normale Kortisol-Werte werden beim Gesunden durch einen Regelkreis aufrecht erhalten, an dem neben der Hypophyse und den Nebennieren auch noch der Hypothalamus als übergeordnetes Steuerzentrum beteiligt ist. Alle drei Organe produzieren Hormone, die sich gegenseitig regulieren und so den Kortisolbedarf an die jeweilige Situation anpassen können. Wie bei Zahnrädchen, die ineinander greifen, zieht eine Veränderung an einer Stelle des Regelkreises Störungen in den anderen Bereichen nach sich. Herauszufinden, an welcher Stelle der Regelkreis gestört ist, ist die Aufgabe spezieller Bluttests. Um einen Morbus Cushing zu diagnostizieren, muss nachgewiesen werden, dass ACTH-produzierende Zellen der Hirnanhangdrüse die Ursache für die erhöhten Kortisolspiegel sind.

 

Diagnose – Schritt für Schritt

Die Diagnose eines Morbus Cushing erfolgt in sogenannten Stufentests. Bei Verdacht auf einen Morbus Cushing geht es im ersten Schritt darum, erhöhte Kortisol-Werte im Blut nachzuweisen. Einfache Suchtests können vom Hausarzt durchgeführt werden.

Der Kortisolspiegel im Blut kann durch viele Faktoren beeinflusst werden, wie z. B. Infekte, Einnahmen von Medikamenten, Stress etc. Er unterliegt außerdem tageszeitlichen Schwankungen. Die Kortisolproduktion findet überwiegend in der zweiten Nachthälfte statt. Die höchsten Werte im Blut lassen sich am frühen Morgen, die niedrigsten am Abend messen.[2]. Beweisend sind deshalb nur bei mehreren Messungen erhöhte Kortisol-Werte. Kortisol kann im Urin, im Blut oder im Speichel bestimmt werden:

  • 24-Stunden-Urin-Test: Der Patient sammelt über 24 Stunden seinen Urin, in dem dann der Kortisolspiegel bestimmt werden kann.
  • Mitternachts-Kortisol-Test im Speichel: Hierfür sammelt der Patient an jeweils 2 Abenden kurz vor Mitternacht etwas Speichel. Im Fall eines Morbus Cushing kommt es nicht zum erwarteten Abfall des Kortisol-Wertes.
  • Dexamethason-Hemmtest: Dexamethason ist eine künstlich hergestellten Korticoid (dem Kortisol ähnliche Substanz). Es kann, wie Kortisol, die ACTH- und CRH-Freisetzung und damit die Kortisolfreisetzung aus den Nebennieren hemmen. Im Hemmtest wird eine geringe Dosis Dexamethason abends als Tablette eingenommen. Am nächsten Morgen wird zwischen 8 und 9 Uhr die Menge des Kortisols im Blut bestimmt. Normalerweise müssten sehr niedrige Kortisolwerte gemessen werden; liegt eine Störung des Regelkreises vor, ist dies nicht der Fall.

 

Spezialtests bestätigen den Verdacht

Konnten in einem der oben genannten Tests erhöhte Kortisol-Werte nachgewiesen werden, schließen sich Spezialtests an, die die genaue Ursache dafür ergründen sollen. Denn neben einem Hypophysentumor können auch anderen Gründe für die hohen Kortisol-Werte vorliegen. Diese Tests können in der Regel nur von einem Facharzt für hormonelle Erkrankungen (Endokrinologe) durchgeführt werden. In manchen Fällen ist auch ein kurzer Klinikaufenthalt in einer Fachabteilung erforderlich.

In diesen Spezialtests werden nun auch die Produktion der Hormone von Hirnanhangdrüse (ACTH) und Hypothalamus (CRH) untersucht, die die Kortisolproduktion in den Nebennieren steuern.

 

Bildgebende Verfahren

Sprechen die Laborwerte für einen Morbus Cushing, schließen sich in der Regel bildgebende Verfahren an, die den Tumor an der Hypophyse sichtbar machen sollen. Die Standarduntersuchung ist hierfür die Magnetresonanztomographie (MRT), bei der Strukturen innerhalb des Körpers mit Hilfe von Magnetfeldern dargestellt werden können.

Quellen:
[1] Stalla: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen, Uni-med Science Verlag, 2. Auflage, 2006
[2] Gekle: Taschenlehrbuch Physiologie, Thieme-Verlag, 2010

Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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