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Therapie bei Hypophysentumor – was kommt da auf mich zu

Ist die Diagnose gestellt, geht es darum, den Hypophysentumor zu behandeln. Die Vorstellung, am Gehirn operiert oder bestrahlt zu werden oder langfristig Medikamente verwenden zu müssen, kann die Betroffenen sehr beunruhigen.

Therapie bei Hypophysentumor – was kommt da auf mich zuBei Ihnen wurde eine Geschwulst im Gehirn – ein sogenannter Hypophysentumor – festgestellt. Diese Diagnose ist vermutlich zunächst sehr beunruhigend für Sie. Nun geht es darum, die Erkrankung zu behandeln.

„Was kommt da auf mich zu?“, fragen Sie sich bestimmt. „Und wie wird die Therapie mein Leben und meinen Alltag beeinflussen?“

 

Eine Operation am Gehirn?

Je nachdem, wo genau der bei Ihnen entdeckte Tumor liegt, welche Größe er bereits erreicht hat und welches Krankheitsbild er hervorruft, wird Ihr Arzt möglicherweise eine chirurgische Entfernung der Geschwulst vorschlagen. Denn die Operation ist die einzige Möglichkeit, einen Hypophysentumor zu heilen und den Beschwerden damit ihre Ursache zu entziehen. Ein solcher bevorstehender Eingriff am Gehirn kann Grund für große Besorgnis und Angst sein. Es ist sicher schwer für Sie, sich vorzustellen, dass eine Gehirnoperation ohne große Gefahren möglich ist.

In den meisten Fällen kann eine sogenannte transsphenoidale Operation durchgeführt werden [2]. Hierbei erfolgt der Zugang zur Hirnanhangdrüse durch die Nase, eine Eröffnung des Schädels ist also gar nicht erforderlich. Über Risiken und mögliche Komplikationen, die mit dem Eingriff verbunden sein können, klärt Sie der behandelnde Arzt im Vorfeld ausführlich auf.

In Fällen, in denen eine Operation des Tumors nicht möglich oder gewünscht ist, kann eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Ziel ist es, durch die Strahlen Tumorzellen zu schädigen und den Tumor zu verkleinern.

 

Das Gehirn bestrahlen?

Bei der Strahlentherapie zur Behandlung von Hypophysentumoren wurden in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Mittlerweile kann die Strahlentherapie sehr präzise eingesetzt werden. So wurden neue Verfahren entwickelt, mit denen nur das gewünschte Bestrahlungsareal punktgenau getroffen und der Tumor gezielt zerstört werden kann, so dass umliegendes Gewebe praktisch nicht geschädigt wird. Dadurch konnte auch das Risiko, dass die Hypophyse nach der Bestrahlung nicht mehr richtig funktioniert und u. U. eine lebenslange Hormonersatztherapie notwendig wird, verringert werden.[3] Häufig setzt die Wirkung einer Bestrahlung aber erst nach Monaten oder Jahren ein.

 

Lebenslang Medikamente?

Vielleicht sagt Ihnen Ihr Arzt, dass Sie dauerhaft Medikamente benötigen werden. Diese sollen die Beschwerden, die der Tumor verursacht, lindern. Eine medikamentöse Therapie ist beispielsweise dann notwendig, wenn der Tumor nicht bzw. nicht vollständig zu entfernen ist oder die Strahlentherapie erst nach und nach wirkt. In manchen Fällen müssen durch Medikamente auch lebenswichtige Hormone ersetzt werden. Etwa dann, wenn durch den Tumor hormonbildende Zellen in der Hypophyse oder in anderen Organen geschädigt wurden.

Die Vorstellung, über lange Zeit oder sogar lebenslang auf Medikamente angewiesen zu sein, kann zu vielen Fragen führen: „Können mir die Medikamente helfen? Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?“ Um diese Fragen beantworten zu können, ist es sowohl zu Beginn als auch im langfristigen Verlauf der Erkrankung notwendig, dass Sie Ihren Arzt über Ihr Befinden in Kenntnis setzen. Sprechen Sie Ihre Bedenken offen an und informieren Sie ihn, falls Sie im Zusammenhang mit der Therapie Beschwerden haben oder Ihnen sonst etwas auffällt. Er kann dann die Therapie gegebenenfalls anpassen und Begleiterscheinungen behandeln.

 

Lassen Sie keine Fragen offen

Lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Arzt darüber informieren, welche Behandlung in Ihrem Fall infrage komme und erfolgsversprechend ist. Fragen Sie gezielt nach, wenn noch Fragen offen sind oder Sie Bedenken haben.

Quellen:
[1] Stalla G.K. Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen. Uni-Med-Verlag, 2. Auflage, 2006.
[2] Patienteninformation über Operation von Hypophysentumoren, Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen e. V. (Hrsg.), http://www.glandula-online.de/fileadmin/informationsmaterial_broschueren/op_hypotumoren.pdf (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[3] Pasedach M. Informationsbroschüre für Patienten „Hypophysentumoren“. Medizinisch-wissenschaftlicher Beirat des Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen e. V. (Hrsg.),
[4] Patientenbroschüre des Netzwerks Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen e.V. http://www.glandula-online.de/fileadmin/informationsmaterial_broschueren/hypophysentumoren.pdf. (zuletzt besucht am 05.12.2017)

Autoren: Stefan Oetzel, Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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