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Krebs und Psyche

Akromegalie – Hormone und Psyche

Mit einer chronischen Krankheit oder Krebs zu leben, ist eine Herausforderung für die Psyche. Dies gilt besonders für Krankheiten wie Akromegalie, bei der Hormone zusätzlich das Denken und Fühlen durcheinander bringen.

Die Diagnose einer schweren Erkrankung wirft das Leben aus der Bahn – das gilt für chronische Krankheiten wie Diabetes ebenso wie für Tumoren. Dass es sich bei der Akromegalie in 95 % aller Fälle um gutartige Geschwulste der Hirnanhangdrüse handelt, mindert die Angst meist nur wenig. [1] Hinzu kommt, dass das krankheitsbedingte hormonelle Ungleichgewicht direkt auf die Psyche wirkt. Gerade Akromegalie-Patienten profitieren daher von einer frühzeitigen psychologischen Begleitung.

 

Schwere Krankheiten haben oft Auswirkungen auf die Psyche

Angst, Unsicherheit oder Verzweiflung sind natürliche Reaktionen auf die Diagnose einer schweren Erkrankung und gehören zum Prozess der Krankheitsverarbeitung. [2] Am Ende dieses Prozesses kann ein Patient stehen, der gelernt hat, sein Leben trotz der Erkrankung insgesamt positiv und aktiv zu gestalten. Unter bestimmten Umständen können sich aber auch ernstzunehmende psychische Störungen wie z. B. Depressionen oder Angststörungen entwickeln.

Bei der Krankheitsverarbeitung kann eine psychologische Begleitung den Patienten unterstützen, dass es gar nicht erst zur Entwicklung psychischer Störungen kommt. Doch vielen Patienten fällt es schwer, über psychische Probleme zu sprechen. Für manche ist es ein Zeichen der Schwäche, zuzugeben, dass man nicht „alleine mit der Krankheit fertig wird“. [3] Patienten neigen daher dazu, psychische Probleme lange Zeit herunterzuspielen und dem Arzt gegenüber nicht zu erwähnen.

 

Akromegalie: Hormone beeinflussen die Psyche zusätzlich

Bei der Akromegalie kommt es zu einer Überproduktion von Wachstumshormonen in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) (siehe Abb. 1). Diese Hormone beeinflussen den ganzen Körper und rufen daher unterschiedlichste Symptome hervor.

Hormone bei der Akromegalie beeinflussen den ganzen Körper.

Abb. 1: Hormone bei der Akromegalie beeinflussen den ganzen Körper.

Gelenkbeschwerden und sichtbare körperliche Veränderungen können dazu führen, dass Betroffene sich in Gesellschaft unwohl fühlen. Dies allein stellt schon eine große seelische Belastung dar.

Darüber hinaus beeinflussen die Hormone aber auch direkt das Gehirn. [4] Die Folge sind psychische Probleme, die bei Akromegalie etwa doppelt so häufig auftreten, wie bei anderen chronischen Erkrankungen. [3] Neben Depressionen und Angststörungen leiden Patienten mit Akromegalie durch das hormonelle Ungleichgewicht auch unter Persönlichkeitsveränderungen, Gedächtnisstörungen oder Stimmungsschwankungen. [5]

Da die Diagnose einer Akromegalie im Durchschnitt erst nach sieben bis zehn Jahren gestellt wird [4], haben die meisten Patienten zu diesem Zeitpunkt schon einen langen Leidensweg hinter sich. Gerade für Akromegalie-Patienten ist daher das Angebot einer fachkundigen psychologischen Begleitung bereits vom Zeitpunkt der Diagnose an besonders wichtig.

 

Psychische Störungen bei Akromegalie behandeln

Psychische Probleme können sich schon dadurch bessern, dass die Akromegalie behandelt bzw. der Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. [3] In der Regel ist jedoch eine ergänzende Behandlung sinnvoll.

Eine spezielle Therapie für psychische Störungen bei Akromegalie gibt es bisher nicht. [3] Stattdessen ist die Behandlung von Patient zu Patient verschieden und sollte immer durch einen Facharzt durchgeführt werden. Dies kann ein Neurologe, ein Psychologe oder ein Psychiater sein.

Grundsätzlich gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten, die entweder alleine oder kombiniert angewendet werden können:

Medikamentöse Behandlung: Besonders bei Depressionen oder Angststörungen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die die Beschwerden bessern können. [3] Je nach Medikament kann es jedoch einige Tage bis Wochen dauern, bis die volle Wirkung eintritt. Auch nach Abklingen der Beschwerden ist es häufig erforderlich, die Medikamente noch über einen gewissen Zeitraum einzunehmen.

Verhaltenstherapie: Vom Zeitpunkt der Diagnose an bieten viele Krankenhäuser eine psychologische Begleitung bei der Krankheitsbewältigung. Darüber hinaus können weitere Verfahren bei individuellen Prolemen helfen: [3]

  • Entspannungstechniken
  • Methoden zur Stressbewältigung
  • Aktivierung von Ressourcen und Fähigkeiten
  • Techniken zur Erkennung und Durchsetzung eigener Grenzen und Bedürfnisse (Nein-sagen lernen)
  • Verfahren zur Angstbewältigung

Bei der Behandlung von psychischen Störungen sollten nach Möglichkeit auch Angehörige mit einbezogen werden. Sie können nicht nur unterstützen und motivieren, sondern profitieren auch selbst davon. Denn Angehörige leiden häufig unerkannt mit. [3]

Quellen:
[1] https://www.zm-online.de/archiv/2008/03/medizin/akromegalie/ (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[2] http://www.medizinfo.de/krebs/allgemein/psyche.shtml (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[3] Sievers C, Stalla G, Steiger A, Reincke M, Künzel H: Psychische Probleme bei Patienten mit Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen. Glandula 30/10: 26–29.
[4] http://www.medizinfo.de/endokrinologie/hypo/akromegalie.htm (zuletzt besucht am 05.12.2017)
[5] http://hypophyse-muenchen.de/pdf/110922_Dimopoulou.pdf (zuletzt besucht am 05.12.2017)

Autor: Dr. med. Sonja Hermeneit
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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