Eine Akromegalie geht mit einer Vielzahl körperlicher Veränderungen und Symptome einher. Nicht minder wichtig, aber schwerer zu erkennen, ist, dass die Krankheit auch das Seelenleben der Patienten beeinflusst.

krankheitsbewaeltigung_gross
Novartis

Die äußeren Anzeichen bei einer Akromegalie sind als Symptome erkennbar. Doch psychische Veränderungen werden oft nicht mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht. Das Wachstumshormonbeeinflusst jedoch auch die Stimmungslage. Abgesehen davon bedeutet die Diagnose einer chronischen Erkrankung einen tiefen Einschnitt in das Leben des Betroffenen und es gelingt meist nicht von heute auf morgen, sich mit der veränderten Situation zu arrangieren.

Mangelnde Tatkraft und Unternehmungslust

Sich mit der Diagnose einer chronischen Erkrankung auseinandersetzen zu müssen, ist oft schwer genug, doch bei der Akromegalie kann das Wachstumshormon die Stimmungslage zusätzlich verschlechtern.

Ein Zuviel an Wachstumshormon führt zu Antriebslosigkeit und leichter Ermüdbarkeit. Das heißt, die Betroffenen haben nicht nur Schwierigkeiten, überhaupt in Gang zu kommen und sich zu Aktivitäten aufzuraffen, sie sind dann auch schnell erschöpft. Studien belegen, dass Akromegaliepatienten sich in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen und einen Mangel an Lebensfreude und Vitalität empfinden.

 

Nächtlicher Sauerstoffmangel führt zu Tagesmüdigkeit

Eine typische Folgeerkrankung der Akromegalie kann die leichte Erschöpfbarkeit zusätzlich fördern: Das Schlafapnoe-Syndrom. Apnoe steht für Atemstillstand. Bei den Patienten kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern, die z. T. mehrere Minuten andauern können. Der daraus resultierende Sauerstoffmangel führt dazu, dass die Betroffenen immer wieder aufwachen und keinen erholsamen Schlaf finden. Sie fühlen sich dann morgens "wie gerädert" und müssen oft tagsüber den verlorenen Nachtschlaf nachholen.

 

Manche Betroffene reagieren mit Niedergeschlagenheit und Rückzug

Die Veränderungen, die eine chronische Erkrankung mit sich bringt, können das Leben und den Alltag des Betroffenen stark beeinflussen. Hierzu zählen neben den Beschwerden, die manchen Akromegaliepatienten in seiner gewohnten Aktivität beeinträchtigen, auch häufige Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Operationen oder die regelmäßige Medikamenteneinnahme.

Vielleicht führt die Erkrankung dazu, dass der Betroffenen seine ursprüngliche Rolle in Familie, Beruf und Freizeit nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrnehmen kann. Ein Umstand, der den Patienten aus der Bahn werfen kann. Und bei der Akromegalie kommen noch die Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes dazu, die die Patienten psychisch schwer belasten und dazu führen können, dass sie die Gesellschaft anderer Menschen eher meiden.

 

Hilfe suchen und annehmen

Durch die Therapie – ob nun operativ oder durch die Einnahme von Medikamenten – werden sich die körperlichen und psychischen Beschwerden bessern und Ihnen so den Umgang mit der Erkrankung leichter machen.

Dass Sie trotzdem mit den Veränderungen in Ihrem Leben hadern, ist ganz normal. Geben Sie sich genügend Zeit, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und zu arrangieren. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, in einem schwarzen Loch zu sitzen, aus dem Sie alleine nicht mehr heraus kommen, scheuen Sie sich nicht, sich Hilfe zu holen – ggf. auch professionelle Unterstützung (z. B. Arzt, Psychologe, Geistlicher). Auch wenn es Ihnen schwer fällt, versuchen Sie, mit Ihnen nahestehenden Personen zu reden.

Mit den Veränderungen Ihres Aussehens und Ihres Alltags werden Sie lernen müssen, zu leben. Doch auch diesen Weg müssen Sie nicht alleine gehen. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen Adressen von Therapeuten, die sich mit diesem Thema befassen geben.

Für viele Patienten ist der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe eine große Hilfe. Denn hier können Sie von der Unterstützung und der Erfahrung von Menschen profitieren, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sie selbst befinden. 

Quellen:
palverlag.de, akromegalie.de, Patientenbroschüre Akromegalie, Webseite des Krebsinformationsdienstes

Autor: Michaela Spaeth-Dierl