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Therapie der Akromegalie mit Dopaminagonisten

Mit Dopaminagonisten kann die Hormonkonzentration bei 10–20 % der akromegalen Patienten unter den kritischen Schwellenwert gebracht werden. Oft ist für eine ausreichende Wirksamkeit jedoch eine hohe Dosis notwendig.

Therapie der Akromegalie mit DopaminagonistenGelegentlich kommt es vor, dass der Tumor der Hirnanhangsdrüse durch eine Operation nicht komplett entfernt werden kann. Dann muss eine Behandlung mit Medikamenten durchgeführt werden, um zu verhindern, dass das Wachstumshormon den Körper weiter schädigt. Mit Dopaminagonisten kann die Hormonkonzentration bei 10-20 % der Patienten unter den kritischen Schwellenwert gebracht werden. Oft ist für eine ausreichende Wirksamkeit jedoch eine hohe Dosis notwendig.

 

Dopamin ist ein natürlich vorkommender Überträgerstoff

Dopamin ist ein Überträgerstoff, der im Gehirn der Signalweiterleitung von Nervenzelle zu Nervenzelle dient (sog. Neurotransmitter), und wird im Hypothalamus gebildet. Der Hypothalamus ist eine zentral im Gehirn gelegene Region, von der aus lebenswichtige Körperfunktionen hormonell gesteuert werden. Als übergeordnete Instanz regelt er auch die Freisetzung des Wachstumshormons aus der Hirnangangsdrüse (Hypophyse).

 

Wirkungsweise des Dopamins

Unter anderem bewirkt Dopamin beim Gesunden eine vermehrte Freisetzung des Wachstumshormons aus der Hirnanhangdrüse. Eher zufällig wurde entdeckt, dass Dopamin bei akromegalen Patienten eine paradoxe, also gegenteilige Wirkung zeigt: Bei Akromegalie hemmt Dopamin die Freisetzung des Wachstumshormons aus dem Hypophysentumor. Diesen Zusammenhang hat man sich therapeutisch zu Nutzen gemacht. Es wurden Medikamente entwickelt, die gleichartig wie Dopamin wirken: Die Dopaminagonisten. Als Agonist bezeichnet man in der Arzneimittellehre eine Substanz, die eine bestimmte Substanz in ihrer Wirkung imitiert bzw. ersetzt.

 

Wirksamkeit der Dopaminagonisten

Da Dopaminagonisten in Tablettenform zur Verfügung stehen und als ältere Präparate vergleichsweise günstig sind, werden sie gelegentlich als Ersttherapie bei Akromegalie eingesetzt. Bei etwa 30-50 % der Patienten kann mit Dopaminagonisten die Ausschüttung des Wachstumshormons aus dem Hypophysentumor vermindert werden.

Damit man von einer vollständigen Krankheitskontrolle sprechen kann, muss jedoch ein bestimmter Schwellenwert der Wachstumshormonkonzentration unterschritten werden. Dieser liegt bei 2,5 µg/Liter. Mit Dopaminagonisten kann der Wert nur in 10-20 % der Fälle unterschritten werden. Eine Steigerung der Dosis würde zwar auch eine weitere Verringerung der Wachstumshormon-Ausschüttung bewirken, jedoch wird diese Möglichkeit oft durch zu starke Nebenwirkungen limitiert.

Gerade zu Beginn der Behandlung treten häufig Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Blutdruckabfall und Müdigkeit auf. Diese können aber durch eine langsame, schrittweise Steigerung der Einnahmedosis verringert werden.

Muss ein Absetzen der Medikation in Erwägung gezogen werden, so steht den betroffenen Patienten mit der Wirkstoffgruppe der Somatostatin-Analoga (analog = entsprechend) eine weitere Therapieoption zur Verfügung. Mit diesen Medikamenten werden bei 80-95 % der Patienten eine Reduktion der Wachstumshormonkonzentration und bei ca. zwei Dritteln eine Senkung unter den Schwellenwert erreicht. Eine Behandlung mit Somatostatin-Analoga stellt derzeit den Goldstandard der Therapie bei Akromegalie dar. Bei einzelnen Patienten kann gegebenenfalls auch eine Kombination von Somatostatin-Analoga und Dopaminagonisten zum gewünschten Therapieerfolg führen.

Quellen: Patientenbroschüre Akromegalie, hormone-aktuell.de
Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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