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Symptome der Akromegalie

Akromegalie führt zu Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild, im Stoffwechsel und an inneren Organen. Ursachen für diese Symptome sind die Überproduktion von Wachstumshormon, aber auch das Wachstum des Tumors im Gehirn.

Symptome der AkromegalieBei der Akromegalie produziert ein Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) zu viel Wachstums­hormon. Der Überschuss an Wachstumshormon kann zu einer Reihe von körperlichen und psychischen Veränderungen und Beschwerden führen. Diese können die Betroffenen im Alltag erheblich beeinträchtigen.

Dass dennoch bis zur Diagnose der Erkrankung oft mehrere Jahre vergehen, hat mehrere Gründe:

  • Die Veränderungen entwickeln sich schleichend und werden manchmal vom Betroffenen selbst erst spät bemerkt.
  • Manche Beschwerden können auch bei vielen anderen Erkrankungen vorkommen.
  • Die Akromegalie ist eine sehr seltene Erkrankung, deshalb kann es sein, dass der Arzt zunächst nach anderen Ursachen für die Beschwerden sucht.


Akromegalie verändert das äußere Erscheinungsbild

Das auffälligste Merkmal einer Akromegalie ist die Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes. Dies geschieht unter dem Einfluss des übermäßig produzierten Wachstumshormons. Wachstumshormon stimuliert die Bildung eines Botenstoffes (IGF-1) in der Leber. IGF-1 fördert das Wachstum von Knorpel, Knochen Muskeln und Bindegewebe. Ein Überschuss führt beim Heranwachsenden zu einem übermäßigen Längenwachstum, beim Erwachsenen zu einer Vergrößerung der Körperenden und inneren Organe (von griech.: akron = hervorspringende Körperenden und mega = groß).

Zu den Veränderungen bei Akromegalie gehören deshalb typischerweise:

  • Vergrößerung der Hände und der Füße
  • Vergröberung der Gesichtszüge (große Nase, wulstige Lippen, hervorstehendes Kinn und Stirnwülste etc.)
  • Wachstum der Kieferknochen mit Zahnfehlstellungen
  • Vergrößerung der Zunge und Veränderungen am Kehlkopf mit Sprechstörungen, Schnarchen und nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe)
  • Verdickung der Haut mit Zunahme der Talg-und Schweißdrüsen (vermehrtes Schwitzen), vermehrte Behaarung

 

Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes bei Akromegalie

Abb.1: Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes bei Akromegalie (Bildquelle: Patientenbroschüre Akromegalie der Novartis Pharma GmbH)


Da sich die Veränderungen langsam über Jahre hinweg entwickeln, werden Sie vom Betroffenen selbst oft erst spät bemerkt. Hinweise können z. B. zu klein werdende Schuhe, Handschuhe, Hut oder Ehering sein.

 

Probleme mit Nerven und Gelenken

Das Wachstum von Knorpel und Bindegewebe kann dazu führen, dass sich die Gelenke verdicken und in ihrer Beweglichkeit verändern. Das kann zu Gelenkbeschwerden und zu Abnutzungserscheinungen führen. Akromegalie-Patienten klagen deshalb oft über Knie-, Hüft-, Schulter- oder Rückenschmerzen [1]. An den Händen kann das Wachstum von Knochen und Bindegewebe z. B. dazu führen, dass ein Nerv eingeengt wird. Dies kann schon früh zum sogenannten Karpaltunnelsyndrom mit Taubheitsgefühl, Schmerzen und Kribbeln in den Händen führen. [1]

 

Akromegalie betrifft auch innere Organe

Auch auf die inneren Organe wirkt sich der Überschuss an Wachstumshormon aus. So kann es zum Beispiel zu einer Vergrößerung des Herzens kommen, das ja auch ein Muskel ist. Erkrankungen der Atemwege können auf eine Verdickung der Schleimhaut zurückzuführen sein, mit der Luftröhre und Bronchien ausgekleidet sind. Auch Ausstülpungen der Darmschleimhaut (Polypen) können auftreten. Zu weiteren typischen Veränderungen bei Akromegalie gehört die Vergrößerung der Schilddrüse, der Leber oder der Milz, was jedoch nicht unbedingt zu Symptomen führen muss.

 

Der Tumor kann den Sehnerv schädigen

Doch nicht nur der Überschuss an Wachstumshormon führt zu den Symptomen bei Akromegalie. Der Tumor selbst kann durch sein Wachstum Druck auf umgebendes Gehirngewebe ausüben. Besonders gefährdet ist der Sehnerv, der in unmittelbarer Nähe der Hypophyse verläuft. Eine Schädigung kann zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung führen.

 

Stoffwechselstörungen bei Akromegalie

Wachstumshormon ist ein Gegenspieler des Bauchspeicheldrüsenhormons Insulin, das den Blutzucker-und Fettstoffwechsel reguliert. Ein Überschuss an Wachstumshormon kann langfristig die Funktion des Insulins beeinträchtigen und zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) führen.

Weitere Stoffwechselstörungen können dadurch entstehen, dass der Tumor andere hormonproduzierende Zellen der Hypophyse schädigt, die dann nicht mehr ausreichend funktionieren können. Je nach Art des betroffenen Hormons kann es dadurch z. B. zu unregelmäßige Regelblutungen bei der Frau oder zu Störungen der Sexualfunktion bei beiden Geschlechtern kommen.[1, 2,]

 

Die Ursache behandeln

Ziel der Behandlung einer Akromegalie ist es, die Ursache der Beschwerden zu beseitigen. Eine Heilung ist nur durch die operative Entfernung des Tumors möglich. In Fällen, in denen der Tumor nicht oder nur teilweise operativ entfernt werden kann, kann versucht werden, den Tumor durch gezielte Bestrahlung zu verkleinern oder die Wachstumshormonproduktion durch Medikamente zu hemmen. 

Quellen:
[1] Petersen: Akromegalie – moderne Behandlungsaspekte mit Kasuistiken für die Praxis, Uni-med Science Verlag, 1. Auflage, 2005
[2] Stalla: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen, Uni-med-Science Verlag, 2. Auflage, 2006
Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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