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Somatostatin-Analoga: Medikamente können den Tumor schrumpfen lassen

Ist eine Entfernung des Tumors bei Akromegalie nicht möglich, können Somatostatin-Analoga die Produktion des Wachstumshormons verringern und dazu führen, dass der Tumor kleiner wird.

Somatostatin-Analoga: Medikamente können den Tumor schrumpfen lassenGeschwülste der Hirnanhangdrüse (Hypophysentumoren) können Wachstumshormon in Mengen produzieren, die weit über normale Konzentrationen hinaus gehen. Dies führt zu verschiedenen Symptomen und Beschwerden, die unter dem Krankheitsbild Akromegalie zusammengefasst werden.

Die sicherste Methode, die schädlichen Wirkungen von Wachstumshormon zu unterbinden, ist die operative Entfernung des Tumors. Doch in etwa der Hälfte der Fälle ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose schon so groß, dass eine vollständige Entfernung nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen kann mit Medikamenten die Bildung von Wachstumshormon gehemmt werden. Sogenannte Somatostatin-Analoga sind die Mittel der ersten Wahl. [1]

 

Somatostatin hemmt die Bildung von Wachstumshormon

Beim Gesunden wird die Wachstumshormonproduktion in den Zellen der Hirnanhangdrüse durch zwei Hormone reguliert:

  • GHRH (Growth Hormone Releasing Hormone) stimuliert die Ausschüttung von Wachstumshormon (GH = Growth Hormone)
  • Somatostatin hemmt die Wachstumshormonausschüttung

Für Ärzte und Apotheker

Therapie bei Akromegalie

Die wachstumshormonproduzierenden Zellen der Hypophyse besitzen "Andockstellen" (Rezeptoren) für diese Hormone, über die die hemmende oder fördernde Wirkung vermittelt wird. In etwa 90% der Fälle besitzen auch die Zellen eines Hypophysentumors, der zur Entstehung einer Akromegalie führt, diese Rezeptoren.[1, 3]

 

Künstlich hergestelltes Somatostatin wirkt länger

Doch körpereigenes Somatostatin eignet sich nicht für die Behandlung der Akromegalie, da es im Blut innerhalb kürzester Zeit abgebaut wird. Würde man Somatostatin in die Blutbahn spritzen oder einnehmen, würde es seinen Zielort, die Hypophyse, gar nicht erreichen. Für den therapeutischen Einsatz wurden deshalb sogenannte Somatostatin-Analoga entwickelt.

Bei den Somatostatin-Analoga (von griech.: analogos = ähnlich, vergleichbar) handelt es sich um synthetisch hergestellte Medikamente, die dem körpereigenen Hormon gleichen, aber länger und stärker wirken. Die Substanzen lindern die Symptome einer Akromegalie auf zweierlei Weise:

  • Sie hemmen die Ausschüttung von Wachstumshormon aus den Tumorzellen
  • Sie hemmen das Wachstum des Tumors

Somatostatin-Analoga werden als Spritze unter die Haut oder in einen Muskel verabreicht. Je nach Präparat kann die Anwendung mehrmals pro Tag bis hin zu nur einmal im Monat erforderlich sein.[1, 3]

 

Gute Behandlungserfolge mit Somatostatin-Analoga

Regelmäßig angewendet, können Somatostatin-Analoga in bis zu 70 % der Fälle eine Normalisierung des Wachstumshormonspiegels unter den kritischen Schwellenwert von 2,5 µg/l erreichen. Meist wird heutzutage sogar eine Senkung dieses Wertes unter 1 µg/l angestrebt. Unter einer Langzeitbehandlung kann der Tumor sich bei etwa der Hälfte der Patienten um bis zu 50 % verkleinern. [1, 2]

Damit die Medikamente diese Wirkungen bestmöglich entfalten können, spielt die Therapietreue eine sehr wichtige Rolle. Das heißt, nur dann, wenn die Medikamente regelmäßig und vorschriftsmäßig genommen werden, können sie optimal wirken. Wird die Behandlung unterbrochen, nehmen Wachstumshormonkonzentration und Tumorgröße wieder zu [2].

 

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig

Sowohl zu Beginn der Therapie mit Somatostatin-Analoga als auch im langfristigen Verlauf sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt feststellen, ob die derzeitige Therapie wirksam ist oder angepasst bzw. ergänzt werden muss.

Da bekannt ist, dass es unter einer Langzeitbehandlung mit Somatostatin-Analoga zur Bildung von Gallensteinen kommen kann, gehören zu den Kontrolluntersuchungen auch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen der Gallenblase.[1]

Quellen:
[1] Stalla: Therapieleitfaden Hypophysenerkrankungen, Uni-med-Science Verlag, 2. Auflage, 2006
[2] Petersen Akromegalie – moderne Behandlungsaspekte mit Kasuistiken für die Praxis, Uni-med Science Verlag, 1. Auflage, 2005
[3] Patientenbroschüre Akromegalie von Novartis, 2006

Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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