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Diagnose Akromegalie – ein Leitfaden durch die ersten Fragen

Die Diagnose Akromegalie wirft meist eine Menge Fragen auf: Was ist das? Was bedeutet das für mich und meine Zukunft? In diesem Artikel finden Sie erste Antworten und Links zu weiteren Informationen.

Checkliste für den ArztbesuchJetzt haben Sie es Schwarz auf Weiß. Ihre Krankheit hat einen Namen: Akromegalie. Vielleicht sind Sie erleichtert, dass nach einem möglicherweise langen und beschwerlichen Weg der Suche die Ursache für Ihre Beschwerden gefunden ist. Doch da sind auch viele offene Fragen: Was ist eine Akromegalie? Kann man die Krankheit heilen, und wenn ja, wie? Was bedeutet die Diagnose für mich und wie geht es weiter?

Erste Antworten auf einige dieser Fragen und Links zu weiterführenden Informationen finden Sie in diesem Artikel. Viele Fragen müssen aber auch ganz individuell mit Ihrem Arzt geklärt werden. Damit Sie im Arztgespräch alle wichtigen Aspekte ansprechen können, haben wir eine Checkliste zusammengestellt. Sie können sie am Ende des Artikels herunterladen, ausdrucken und um eigene Fragen ergänzen – damit Sie beim nächsten Arztgespräch nichts vergessen.

 

Akromegalie – was ist das eigentlich?

Der Begriff Akromegalie kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „Vergrößerung der Körperenden“. Der Begriff Akren bezeichnet in der Medizin „vorspringende Körperteile“ z. B. die Finger und Zehen, die Nase und das Kinn. Die Akromegalie ist eine sehr seltene Erkrankung. Man geht davon aus, dass in Deutschland insgesamt nur 3000–5000 Patienten von ihr betroffen sind [1].

Ursache einer Akromegalie ist ein Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Der Tumor ist an sich gutartig, das heißt, dass er nicht in benachbartes Gewebe einwächst und auch keine Tochtergeschwülste bildet. Dennoch kann er durch sein Wachstum Druck auf angrenzendes Gewebe ausüben und es dadurch schädigen. Im Tumor kommt es zu einer Vermehrung von Zellen, die Wachstumshormon bilden – und damit zu einem Anstieg der Konzentration von Wachstumshormon im Blut.

 

Was bewirkt das Wachstumshormon bei Akromegalie?

Wachstumshormon gelangt mit dem Blutkreislauf in den Körper. In der Leber bewirkt es die Bildung einer Insulin-ähnlichen Substanz, des sogenannten Insuline-like-Growth-Factors (IGF-1). Das IGF-1 vermittelt letztlich die Wirkung des Wachstumshormons an den Körper. IGF-1 bedingt ein Großteil der Symptome und Beschwerden bei Akromegalie, indem es

  • die Vermehrung von Knorpel- und Knochenzellen stimuliert
  • das Wachstum von Muskelzellen anregt
  • den Fettstoffwechsel und den Blutzuckerspiegel beeinflusst

 

Welche Symptome und Beschwerden gehören zur Akromegalie?

Da beim Erwachsenen das Körperwachstum bereits abgeschlossen ist, führt die Wirkung von Wachstumshormon bzw. IGF-1 vor allem zu einer Vergröberung der Körperstruktur. Dies kann zu einer Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes führen. Aber auch an Gelenken und Knochenenden und an inneren Organen kommt es zu einer Größenzunahme, die unter Umständen die jeweilige Funktion einschränken kann.

Durch den Druck, den der wachsende Tumor im Gehirn auf angrenzende Strukturen ausübt, können Schädigungen eintreten. Besonders gefährdet ist der Sehnerv, der unmittelbar im Bereich der Hirnanhangdrüse verläuft.

 

Welche Untersuchungen sind notwendig, um die Diagnose Akromegalie zu sichern?

Besteht der Verdacht auf eine Akromegalie, werden meist zunächst die Konzentration von Wachstumshormon und weitere Werte im Blut bestimmt. Erhärten diese Laboruntersuchungen den Verdacht, wird eine magnetresonanztomographische Untersuchung (MRT) des Kopfes durchgeführt, um den Tumor an der Hirnanhangsdrüse nachzuweisen.

 

Wer ist Fachmann für Akromegalie?

Die Diagnose Akromegalie wird meist von einem Facharzt für hormonelle Erkrankungen (Endokrinologe) gestellt. Er führt die entsprechenden Laboruntersuchungen durch und bewertet die Ergebnisse. An der Behandlung von Akromegalie-Patienten sind allerdings auch Ärzte aus anderen Fachgebieten beteiligt, wie z. B. Radiologen, Neurochirurgen, Orthopäden und Internisten.

 

Wie kann man die Erkrankung behandeln?

Die Behandlung bei der Akromegalie zielt darauf ab, die schädlichen Wirkungen des übermäßig produzierten Wachstumshormons zu unterbinden. Im Wesentlichen stehen drei Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  1. Operation
  2. medikamentöse Therapie:
    medikamentöse Therapie mit Somatostatin-Analoga
    medikamentöse Therapie mit Dopamin-Agonisten
  3. Bestrahlung

Welche Therapie im Einzelfall in Frage kommt, hängt vor allem von der Größe des Tumors ab. Eine Heilung der Akromegalie ist nur möglich, wenn der Tumor durch eine Operation vollständig entfernt werden kann. Ist dies nicht möglich, kann die Produktion von Wachstumshormon mit Medikamenten gedrosselt werden. Für manche Patienten kommt auch eine Bestrahlung in Frage.

 

Wie sind die Aussichten?

Eine Heilung der Akromegalie ist nur möglich, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann. In den anderen Fällen wird versucht, die Erkrankung durch Bestrahlung oder die Einnahme von Medikamenten zu beherrschen. Das entscheidende Kriterium hierfür ist die Konzentration von Wachstumshormon bzw. IGF-1 im Blut, die bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen überprüft wird. Gelingt es, die Krankheit zu beherrschen, haben Patienten mit Akromegalie eine Lebenserwartung, die weitgehend der gesunder Personen entspricht [1].

 

Klären Sie alle offenen Fragen mit Ihrem Arzt

All diese Informationen können jedoch ein ausführliches Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt nicht ersetzen. Mit ihm gemeinsam werden Sie Ihre Therapie planen und er wird in allen Phasen Ihrer Erkrankung Ihr Ansprechpartner sein. Unsere Checkliste möchte Ihnen einige Anhaltspunkte für das Gespräch mit Ihrem Arzt geben. Sie können sie einfach herunterladen, ausdrucken und bei Bedarf noch um eigene Fragen ergänzen.


Quelle:
[1] Patientenbroschüre Akromegalie von Novartis, 2006.

Autorin: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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