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Kernspintomographie: Mit Schichtaufnahmen vom Gehirn die Diagnose überprüfen

Besteht der Verdacht auf eine Akromegalie, ist die Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie) das bildgebende Verfahren der Wahl, um einen Hypophysentumor nachzuweisen oder auszuschließen.

Besteht aufgrund der Ergebnisse von Bluttests der Verdacht auf eine Akromegalie, können zur weiteren Abklärung Schichtaufnahmen des Gehirns aufgenommen (bildgebende Diagnostik) werden. Damit kann nachgewiesen oder ausgeschlossen werden, dass ein Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) vorliegt.

 

Lage der Hypophyse im Schädelinneren

Die Hypophyse befindet sich an der Unterseite des Gehirns in einer kleinen Knochenmulde (Türkensattel, siehe Abb. 1).

 

Abb. 1: Lage der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) (Bildquelle: Novartis Pharma GmbH). Klicken Sie zur Vergrößerung auf das Bild.


Eine gesunde Hypophyse hat in etwa die Größe und Form einer Kirsche. Lässt sich hier ein Tumor nachweisen, ist es ein weiteres Ziel der Bildgebung, dessen Lagebeziehung zu den umgebenden Blutgefäßen und Hirnstrukturen, insbesondere zur Sehnervenkreuzung zu zeigen (siehe Abb. 2). Dies ist wichtig, um im Einzelfall entscheiden zu können, ob eine operative Entfernung des Tumors möglich ist, ohne zu viel gesundes Gewebe zu zerstören.

 

Abb. 2: Im frontalen, d. h. parallel zur Stirn verlaufenden Schnittbild wird die enge räumliche Nähe zur Sehnervenkreuzung (Chiasma nervi optici) deutlich (Bildquelle: Novartis Pharma GmbH). Klicken Sie zur Vergrößerung auf das Bild.


Die am häufigsten eingesetzte bildgebende Methode bei Verdacht auf einen Hypophysentumor ist die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie = MRT), denn mit ihr lassen sich besonders gut Details darstellen. Auch nach einer operativen oder medikamentösen Therapie wird die Kernspintomographie zur Verlaufskontrolle eingesetzt.

 

Bei der Kernspintomographie werden Bilder im Magnetfeld erzeugt

Mit der Kernspintomographie ist es möglich, den Körper in dünnen Schichten zu untersuchen. Sie basiert auf der Messung von Magnetfeldern und kommt daher ohne Röntgenstrahlung aus. Bei dem Verfahren werden elektrisch geladene Teilchen im untersuchten Gewebe durch das Magnetfeld angeregt und geben dann ein Signal ab, wenn sie beim Abschalten des Magneten wieder in ihren Grundzustand zurückkehren. Dieses Signal ist je nach untersuchtem Gewebe unterschiedlich. Die Informationen, die ein Detektor aus den verschiedenen Körperregionen erhält, werden von einem Computer in Bilder (siehe Abb. 3) umgerechnet.

 

Die Kernspintomographie ist von allen bildgebenden Verfahren die Methode der Wahl, um Hypophysentumore darzustellen
Abb. 3
: Die Kernspintomographie ist von allen bildgebenden Verfahren die Methode der Wahl, um Hypophysentumore darzustellen (Bildquelle: Novartis Pharma GmbH).

 

Ablauf der Kernspinuntersuchung

Für die Kernspinuntersuchung ist in der Regel keine besondere Vorbereitung des Patienten notwendig. Vor der Untersuchung werden Sie über den Ablauf der Untersuchung und mögliche Begleiterscheinungen aufgeklärt. Häufig ist zum Beispiel die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich, um genauere Untersuchungsergebnisse zu erhalten. Dazu wird vor der Untersuchung eine Nadel in eine Armvene gelegt. Patienten mit metallischen oder elektronischen Implantaten (z. B. Gelenkprothese oder Herzschrittmacher) sollten wegen des Magnetfeldes nicht oder nur unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen untersucht werden.

Der Patient wird auf einem beweglichen Untersuchungstisch in eine Röhre gefahren. Da diese Röhre aus technischen Gründen relativ eng sein muss, empfinden manche Patienten die Untersuchung als unangenehm. Falls Sie zu Platzangst neigen, sollten Sie dies dem Personal bereits vor Beginn der Untersuchung mitteilen. Während der Untersuchung stehen Sie unter ständiger Überwachung und können sich über eine Sprechanlage verständigen.

Das Gerät erzeugt unterschiedlich laute Klopfgeräusche. Bei den meisten Untersuchungen bekommen Sie jedoch Kopfhörer aufgesetzt, über die Sie Anweisungen vom Personal erhalten, aber auch Musik hören können. Wichtig ist, dass sie während der Untersuchung ruhig liegen bleiben, damit die Bilder nicht verwackeln. Die Untersuchungsdauer beträgt ca. 20-45 Minuten.

Quellen:
(1) Informationen für Patienten mit Akromegalie, Homepage Glandula-online, gesichtet 10.11.2010.
(2) Bildgebende Diagnostik, Homepage des Akromegalieregisters, gesichtet 10.11.2010.
(3) Klingmüller: Diagnostik von Hypophysenadenomen, Deutsches Ärzteblatt, 2001.
Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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