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Gelenkschmerzen bei Akromegalie

Gelenkschmerzen sind ein häufiges Symptom bei Akromegalie. Eine frühzeitige Diagnose der Akromegalie ist wichtig, um die Beschwerden wirkungsvoll lindern zu können.

Akromegalie ist eine Erkrankung, bei der der Körper zu viel Wachstumshormon (growth hormone, GH) produziert. Unter dem Einfluss des Hormons kann es auch zu schmerzhaften Gelenkveränderungen und Gelenkverschleiß kommen. Die Beschwerden können die Betroffenen in ihrer Aktivität einschränken und so die Lebensqualität beeinträchtigen. Häufig betroffen sind die Hand- und Fingergelenke sowie Schulter-, Knie- und Hüftgelenk. [3]


Veränderungen an den Gelenken bei Akromegalie

Unter dem Einfluss des Wachstumshormons GH kann es zu Veränderungen an Knochen, Knorpel und Bindegewebe im Bereich der Gelenke kommen. Das Wachstumshormon führt dazu, dass im Bereich der Knochenenden, die in einem Gelenk zusammentreffen, Knochengewebe neu gebildet und angelagert wird (siehe Abb. 2). Da beim Erwachsenen das Längenwachstum des Knochens bereits abgeschlossen ist, führt dies zu einer Verbreiterung und Verdickung des Knochens. Aber auch Knorpel und Bindegewebe im Bereich des Gelenks nehmen zunächst an Dicke zu.

Dadurch, dass sich das Gelenk in seiner Form und Größe verändert, kann es in seiner normalen Funktion eingeschränkt werden. Man könnte sagen, dass es im Gelenk gewissermaßen „zu eng” wird, und die Knochen mit ihrem Knorpelüberzug nicht mehr unbehindert aufeinander gleiten können. Als Folge wird der Gelenkknorpel vermehrt abgenutzt und es kommt zum Gelenkverschleiß (Arthrose).

 

Abb. 1 Gesundes Gelenk

 

 

Abb. 2 Arthrose

 

Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen

Die Beschwerden, die eine Arthrose verursacht, können unterschiedlich ausgeprägt sein: von Spannungsgefühlen und Steifigkeit in den betroffenen Gelenken bis hin zu schmerzhaften Entzündungen mit starker Bewegungseinschränkung. Mit fortschreitendem Verschleiß nehmen die Beschwerden zu. Während am Anfang vor allem stoßartige Belastungen, wie z. B. Bergabgehen, zu Beschwerden führen, kommen im späteren Verlauf auch Schmerzen in Ruhe dazu.

Durch den ständigen Abrieb von Knorpelmaterial kann es zu einer Entzündungsreaktion im Gelenk kommen. Das Gelenk kann dann sehr warm werden, anschwellen und es können starke Schmerzen auftreten. In diesem Fall spricht man von einer „aktivierten Arthrose”.

Typisch für eine Arthrose sind so genannte Anlaufschmerzen. Zu Beginn einer Bewegung treten starke Schmerzen auf, die nachlassen, wenn die Bewegung weiter ausgeführt wird. Schmerzintensive Phasen können sich mit Phasen abwechseln, in denen nahezu keine Beschwerden bestehen.


Diagnose durch den behandelnden Arzt

Allein die Beschreibung der Symptome wird den behandelnden Arzt an eine Arthrose denken lassen. Veränderungen an den Knochen und anderen Gelenkanteilen lassen sich mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomographie oder Kernspintomographie nachweisen.

Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose erkennt der Arzt auf dem Röntgenbild Umbauvorgänge an den Gelenkflächen mit Ausstülpungen und Vertiefungen sowie spangenartige Verknöcherungen. Diese Veränderungen können die Beweglichkeit im Gelenk stark einschränken und zu Schmerzen und Entzündungen führen.


Ursachen beseitigen, Symptome lindern

Kann die Grundkrankheit Akromegalie entweder durch eine Operation oder eine medikamentöse Therapie behandelt werden, wird der schädigende Einfluss des Wachstumshormons auf die Gelenke vermindert.

Bereits entstandenen Schäden am Gelenk können nicht mehr geheilt werden. Wird die Akromegalie erst in einem Stadium entdeckt, in dem die Arthrose bereits weit fortgeschritten ist, liegt der Schwerpunkt auf der Linderung der Beschwerden. Hierzu gehören:

  • Hilfsmittel: Maßnahmen zur Entlastung der Gelenke, z. B. Gehstöcke, orthopädische Schuhe
  • Physiotherapie: Krankengymnastische Übungen stärken die Muskulatur und entlasten dadurch die Gelenke
  • Physikalische Therapie: Wärme-oder Kältebehandlungen können die Schmerzen lindern
  • Medikamente: zum Einsatz kommen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente
  • Gelenkersatz: bei stark fortgeschrittener Arthrose kann es notwendig werden, das geschädigte Gelenk oder Teile davon durch ein künstliches zu ersetzen
  • Gewebeersatz: derzeit wird an der künstlichen Gewebsanzucht aus körpereigenen Zellen geforscht. So könnte zum Beispiel künstliches Knorpelgewebe eine zukünftige Therapieoption sein. [4]
Quellen:
[1] http://www.medizinfo.de/endokrinologie/hypo/akromegalie.htm
[2] http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/59717.php?id=2078
[3] http://ub-ed.ub.uni-greifswald.de/opus/volltexte/2010/764/pdf/Doktorarbeit_Endversion.pdf
[4] http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Arthrose/Symptome/
[5] Holdaway I.M., Rajasoorya C. (1999): Epidemiology of Acromegaly. Pituitary;
2:29–41
[6] Colao A. et al. (2004): Systemic Complications of Acromegaly: Epidemiology, Pathogenesis and Management. Endocrine Reviews 25(1):102-152
[7] Jacobs-Kosmin D., DeHoratius R.J. (2005): Musculoskeletal manifestations of endocrine disorders. Curr Opin Rheumatol 17:64-69
Autor: Michaela Spaeth-Dierl
Dies ist ein Service von Novartis Pharmaceuticals
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